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26.12.2012

19:46 Uhr

Ägypten

Mursi zieht Konsequenzen aus Wirtschaftsmisere

Seit dem Sturz von Husni Mubarak Anfang 2011 steckt Ägypten in wirtschaftlichen Problemen. Präsident Mursi will das Land nun für Investoren attraktiver machen und kündigte eine Regierungsumbildung an.

Ägyptens Präsident Mursi bei seiner Fernsehansprache. AFP

Ägyptens Präsident Mursi bei seiner Fernsehansprache.

KairoNach der Billigung der neuen ägyptischen Verfassung hat Präsident Mohammed Mursi eine Regierungsumbildung angekündigt, um auf die schwierige wirtschaftliche Lage des Landes zu reagieren. Er werde nun alle seine Anstrengungen auf die ägyptische Wirtschaft konzentrieren, "die sich enormen Herausforderungen gegenübersieht, aber auch große Wachstumschancen hat" sagte Mursi am Mittwoch in einer Fernsehansprache. Er befinde sich zu der dafür nötigen Regierungsumbildung bereits in Gesprächen mit Regierungschef Hischam Kandil.

In seiner ersten Rede nach dem umstrittenen Verfassungsreferendum forderte Mursi außerdem zum Dialog auf. Alle politischen Kräfte sollten sich daran beteiligen, um Spannungen zu überwinden. Erst am Montag hatte S&P dem Land die Kreditwürdigkeit gesenkt und dies mit den politischen Grabenkämpfen begründet.

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Die anhaltende politische Krise schreckt Investoren und Touristen ab und führt zu einer wachsenden Unruhe in der Bevölkerung.

Die Ägypter hatten in einer bis zum vergangenen Wochenende laufenden Volksabstimmung den umstrittenen Entwurf für eine neue Verfassung angenommen. Auf den Text entfielen nach amtlichen Angaben knapp 64 Prozent der Stimmen, die Wahlbeteiligung lag allerdings bei unter 33 Prozent. Die Opposition hatte nach dem Referendum angekündigt, ihren Kampf gegen die von den Islamisten geprägte Verfassung fortzusetzen, die Mursi am Mittwoch per Unterzeichnung in Kraft setzte. Damit ist der Weg frei für Parlamentswahlen, die in etwa zwei Monaten stattfinden sollen.

Mursi setzt neue Verfassung in Kraft

Video: Mursi setzt neue Verfassung in Kraft

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Die Wirtschaft des Landes hat seit dem Sturz des langjährigen Präsidenten Husni Mubarak Anfang 2011 enorme Probleme. Unter der unruhigen politischen Lage hatte der Tourismus, die Haupteinnahmequelle des Landes, schwer gelitten. Auch ausländische Investoren hatten sich zurückgezogen.

Kommentare (5)

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Boehm

26.12.2012, 20:24 Uhr

Wer will schon in einen Gottesstaat investieren. Auch ich würde es angesichts der jetzt zu erwartenden mittelalterlichen Verhältnisse niemals tun.

Caesar

27.12.2012, 00:21 Uhr

Es soll Investoren geben, die interessiert nur die Rendite. Die scheren sich einen Dreck darum an wen der Geschäftspartner glaubt, ob es ein Allah, ein Buddha, ein Stein oder ein Popstar ist. Ob er radikaler Moslem ist, ob er die jagt auf Christen nicht unterbindet, ob er ein Inquisitor ist, ob er irgendwelche Volksgruppen hasst, oder andere debile oder vollkommen vernünftige Anschauungen hat. Es schert sie nicht, sie denken nicht eine Sekunde darüber nach. Sie besitzen unmengen an Kapital und Liquidität welches der Geschäftspartner womöglich braucht, wofür auch immer, und es ist völlig irrelevant ob man mit einem Diktator, mit einer Demokratie, mit einem kommunistischen Regime, Buschmännern, Marsmännchen, Tieren, Gutmenschen, wem oder was auch immer Geschäfte tätigt. Solange die Rendite stimmt, geht der Deal über die Bühne. Manchmal mit großem öffentlichen Getöse, das von Handelsblatt, FAZ, Springer und Konsorten und den Analogien in anderen Ländern begleitet wird, sodass auch die Massen der Schäfchen brav applaudieren oder laut "Buh" rufen können, mal mit einer Diskretion die selbst die besten Diplomaten und jene die je existiert haben blass aussehen lässt.
Wenn er seinen Investoren eine gute Rendite, einen Gewinn bieten kann, dann werden sie auch kommen.
Denkt mal darüber nach was das bedeutet. Irgendwelche Moralvorstellungen, Ethik, Verantwortungsbewusstsein und dergleichen... das existiert in DIESER Finanzwelt seit 1000en Jahren nicht, es könnte aber viell. in einer anderen. Eine Denkweise in der ein Investor z.B. sich mit einer gigantischen, verlockenden Rendite und gleichzeitig mörderischen Aufständischen oder einem solchen Regime konfrontiert sieht, und auf die Rendite pfeifft.
Fragt euch mal selber wie ihr euch entscheiden würdet, würde z.B. niemand über euer Geschäft informiert werden außer ihr selber und der Geschäftspartner und Leute die euch decken.

Lisa

27.12.2012, 02:01 Uhr

Nur zur Info die Satzung der Muslimbruderschaft

Die Satzung der Muslimbruderschaft ist islamisch geprägt und seit 1928 unverändert, sie lautet:

„Allah ist unser Ziel,
der Koran ist unsere Verfassung,
der Prophet ist unser Führer,
der Dschihad ist unser Weg und der Tod für Allah unser größtes Verlangen“ (Quelle: en.wikipedia).

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