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23.07.2013

01:21 Uhr

Ägypten

Mursis Angehörige werfen Militär Menschenraub vor

Wo ist der gestürzte ägyptische Präsident Mursi? Er werde zu seiner eigenen Sicherheit festgehalten, sagt das Militär. Doch Mursis Familie erhebt schwere Vorwürfe. Nun schalten sich auch Politiker aus EU und USA ein.

Ein Mitglied der Muslimbruderschaft mit einem Mursi-Bild bei einer Demonstration vor dem Gericht in Kairo. Reuters

Ein Mitglied der Muslimbruderschaft mit einem Mursi-Bild bei einer Demonstration vor dem Gericht in Kairo.

KairoDie Familie des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi hat schwere Vorwürfe gegen das Militär erhoben, das den Politiker an einem unbekannten Ort festhält. „Wir klagen (den Armeekommandanten) Abdel Fatah al-Sisi und die anderen Putschführer an, den Bürger und Präsidenten Mohammed Mursi entführt zu haben“, sagte Mursis Sohn Osama am Montag auf einer Pressekonferenz in Kairo. International werden die Rufe nach einer Freilassung Mursis lauter.

Die EU-Außenminister forderten in einer gemeinsamen Erklärung zu Ägypten ausdrücklich „die Freilassung aller politischen Häftlinge, Mohammed Mursi eingeschlossen“. Zugleich verlangten sie erneut Wahlen und einen Übergang zu einer zivilen Regierung in Ägypten. „Es ist jetzt von äußerster Wichtigkeit, dass Ägypten einen Wandel einleitet, der einen Übergang der Macht zu einer von Zivilisten geführten und demokratisch gewählten Regierung erlaubt“, hieß es in Brüssel weiter.

Die USA verlangten ein Ende aller politisch motivierten Festnahmen und Inhaftierungen in Ägypten. „Und wenn ich das sage, schließt es auch Präsident Mursi mit ein“, fügte Regierungssprecher Jay Carney in Washington hinzu. Alle Parteien sollten die Freiheit haben, an der Gestaltung der politischen Zukunft des Landes mitzuwirken.

Mursi war am 3. Juli nach Massenprotesten gegen seine islamistische Herrschaft vom Militär gestürzt worden. Seitdem halten ihn die Generäle an einem unbekannten Ort und ohne formelle Anklage in Haft. Weder Angehörige noch Anwälte hatten bislang Zugang zu ihm.

Die Familie wolle nun juristisch gegen die Gefangennahme vorgehen, sagte Mursis Sohn. Man wolle auch erreichen, dass sich internationale Menschenrechtsorganisationen mit dem Fall befassen. Das Militär behauptet, Mursi werde „zu seiner eigenen Sicherheit“ festgehalten.

Fast drei Wochen nach seiner Entmachtung wird der Ex-Präsident zunehmend zum Gegenstand von Gerüchten und Spekulationen. In der Nacht zum Montag brachte die Webseite der Tageszeitung „Al-Ahram“ eine Eilmeldung, wonach Mursi wegen Spionage für die USA angeklagt werden sollte.

Der Bericht erregte auch deshalb Aufsehen, weil „Al-Ahram“ als sehr staatsnah gilt. Sprecher der Staatsanwaltschaft und der Armee bezeichneten die Nachricht kurz nach ihrem Erscheinen als „Falschmeldung“. Der Herausgeber der Zeitung, Abdel Nasser Salama, wurde am Montag von der Staatsanwaltschaft vorgeladen.

Kommentare (2)

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Bankangestellte1

23.07.2013, 16:08 Uhr


Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Bankangestellte1

23.07.2013, 16:13 Uhr

Ich weis wo Mursi steckt. Im Liegestuhl auf Mallorca, vom DEU. Steuerzahler reich beschenkt! Oder bei Frau Roth unterm Rock...;-)

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