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26.12.2013

16:42 Uhr

Ägypten

Muslimbrüder zur Terrororganisation erklärt

Kaum hat die ägyptische Regierung die Organisation der Muslimbrüder als terroristische Vereinigung eingestuft, gab es am Donnerstag auch schon Festnahmen. Grund: Eine Anschlag auf ein Polizeigebäude.

Ein von einem Anschlag getroffener Bus in Kairo am Donnerstag. Zwei Tage zuvor war eine Polizeistation Ziel eines Angriffs. Reuters

Ein von einem Anschlag getroffener Bus in Kairo am Donnerstag. Zwei Tage zuvor war eine Polizeistation Ziel eines Angriffs.

KairoIn Ägypten hat die vom Militär eingesetzte Regierung die Muslimbrüder als Terror-Organisation und damit als staatsgefährdend eingestuft. Unmittelbar danach wurden am Donnerstag mindestens 16 Anhänger der Bewegung unter dem Vorwurf der Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung festgenommen. Die Übergangsregierung machte die Muslimbrüder des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi für einen Selbstmordanschlag auf ein Polizeigebäude im Nil-Delta verantwortlich. Diese wies umgehend die Vorwürfe zurück

Bei dem Angriff wurden am Dienstag 16 Menschen getötet und etwa 140 weitere verletzt. Zu diesem bekannte die aus dem Sinai operierende Islamistengruppe Ansar Bait al-Makdis. Die Muslimbruderschaft selbst verurteilte die Tat.

Die Muslimbrüder war bereits im September verboten worden. Mit der Einordnung als terroristischen Vereinigung können die Sicherheitsbehörden jetzt leichter gegen die Mitglieder der Gruppierung vorgehen. Sie können wegen Mitgliedschaft in einer Terror-Gruppe angeklagt werden. Ebenso können Unterstützer belangt werden, die die Organisation finanziell oder "in Wort oder Schrift" unterstützen.

Festgenommen wurden am Donnerstag Muslimbrüder in der Provinz Scharkija im Nil-Delta. Sie hätten Flugblätter verteilt und damit zu Gewalt gegen Armee und Polizei angestachelt, meldete die staatliche Nachrichtenagentur. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte, jeder, der an Protesten der Muslimbrüder teilnehme, müsse künftig mit fünf Jahren Gefängnis rechnen.

Die 1928 gegründete Bruderschaft galt bis vor kurzem als die am besten organisierte politische Kraft in Ägypten. Sie schätzt die Zahl ihrer Mitglieder auf bis zu eine Million. Seit ihrem Verbot gehen die Sicherheitskräfte massiv gegen die Islamisten vor. Hunderte ihrer Mitglieder wurden bei Auseinandersetzungen getötet. Derzeit sind zudem Tausende Muslimbrüder inhaftiert, darunter ein Großteil der Führung.

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