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29.01.2011

12:36 Uhr

Ägypten

Proteste fordern mindestens 74 Menschenleben

Ägyptens Regierungskabinett ist geschlossen zurückgetren – doch Präsident Husni Mubarak klammert sich an die Macht. Mehr als 74 Menschen sind bei den Protesten in Ägypten seit dem Beginn der Demonstrationen umgekommen. Tausende Regierungsgegner versammelten sich am Samstag auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo.

Ein Mann in Kairo legt Kränze für die Opfer der gewaltsamen Zusammenstöße nieder. Bei den Protesten sind inzwischen mehrere Dutzend Menschen gestorben. DAPD

Ein Mann in Kairo legt Kränze für die Opfer der gewaltsamen Zusammenstöße nieder. Bei den Protesten sind inzwischen mehrere Dutzend Menschen gestorben.

HB KAIRO/DAVOS. Bei den Protesten gegen den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak sind mindestens 74 Menschen ums Leben gekommen. Diese Zahl ergibt sich aus den Informationen, die der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag vorlagen und die auf den Angaben von Ärzten, Krankenhäusern und Augenzeugen beruhen. Die Zahl der Toten kann allerdings noch deutlich anders ausfallen, da die Lage in Ägypten sehr unübersichtlich ist.

Nach einer Zählung des arabischen Senders Al-Dschasira vom Samstag sind in den vergangenen 24 Stunden sogar mindestens 95 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten bei den jüngsten Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in Kairo, Alexandria und Suez wurde mit 1000 beziffert.

Offiziellen Angaben zufolge ist die Zahl der Toten am Samstag auf 35 gestiegen. Unter den bislang 35 Toten bei den Protesten seien 25 Demonstranten und zehn Polizisten, teilten die Behörden des Landes am Samstag mit. Bislang war von offizieller Seite stets von acht Toten die Rede.

Sicherheitskreise rechneten mit einer weiteren beträchtlichen Zunahme der Opferzahl, da inzwischen immer mehr Berichte aus den Kranken- und Leichenschauhäusern des Landes eingehen. Mindestens 750 Polizisten und 1 500 Demonstranten seien verletzt worden, hieß es weiter.

Ägyptische Regierung zurückgetreten

Einen Tag nach der Ankündigung von Präsident Husni Mubarak trat Ägyptens Regierung am Samstag zurück, wie Medien aus Kairo meldeten. Unter dem Eindruck der Massenproteste gegen sein Regime hatte Mubarak in einer Fernsehansprache am Freitagabend die Bildung einer neuen Regierung angekündigt. Er hatte in der Ansprache vor Chaos gewarnt und „neue Schritte hin zu mehr Demokratie“ sowie eine Verbesserung des Lebensstandards versprochen.

Die Mitglieder der neuen Kabinetts sollten noch am Samstag benannt werden.

Kommentare (3)

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Beamtendiktatur in der BRD

29.01.2011, 14:18 Uhr

Auch wir leben seit Jahrzehnten in einer beamtendiktatur, die sich von den arbeitenden bürgern in der Freien Wirtschaft durchfüttern lässt.

Die Auswüchse davon sind u. a. folgende:

Der EURO war schon in dem Moment tot, als die EU-Verträge ohne Ausschlussklausel für wirtschaftsschwache Staaten verabschiedet wurden. Schlechtere Verträge konnten unsere “verbeamteten“ Politiker gar nicht aushandeln. Die vertreten doch nur Eigeninteressen. Wir werden nicht von einer "Elite" sondern von einer politischen "Laienspielgruppe" regiert.

Dass jetzt auch noch gutes Geld dieser "schlechten" Firma Griechenland hinterhergeworfen wird, ist der zweite historische Fehler dieser "Laienspielgruppe" und EU-Romantiker. in der Freien Wirtschaft nennt man sowas "insolvenzverschleppung", da eine Rettung der "Firma" Griechenland mit diesen Mitteln gar nicht möglich ist. beihilfe zur insolvenzverschleppung ist strafbar. Aus gutem Grund, denn der Dominoeffekt (Portugal, island….und viele weitere EU- Länder) wird folgen.

Würden wir das leistungsfeindliche beamtentum endlich abschaffen, hätten wir Mittel für:
-- Autobahnneubau in den alten bundesländern (überfällig seit 20 Jahren)
-- Privat- und Staats- Schulneubauten
-- Privat- und Staats- Forschungsinvestitionen
-- Rentenkasse (jeder bekommt nur das, was er selbst eingezahlt hat)
-- Steuervereinfachung (nur eine Steuerart: die “Universalsteuer“ bzw. Mehrwertsteuer)
-- Reduzierung der Finanzämter auf 20% des heutigen Personals
-- Steuersenkungen (20% Universalsteuer für alle, unabhängig vom Einkommen)
-- Staatsausgaben nur im Rahmen der echten Steuereinnahmen
-- Schuldenabbau pro Jahr um 1% (zuerst Verringerung der Neuverschuldung, dann Abbau der Altverschuldung um jeweils 1%)
-- Abschaffung dieses pervertierten Versorgungsstaates, der Faulheit fördert und die Leistungsträger frustriert

Packen wir es endlich an:
-- Verwaltungsvereinfachung in D (4 bundesländer genügen: Nord/Süd/West/Ost)
-- Verschlankung und/oder Abschaffung der Parallelverwaltungen in EU / bundesländern / Kreisen / Regionen / Gemeinden…300 bundestagsabgeordnete sind mehr als genug
-- Damit's schneller geht: Desattraktivierung dieser überflüssigen beamtenjobs durch Halbierung der beamtenbesoldung
-- Eingliederung all dieser beamten ( = Edel-Hartz-4-Empfänger) in den Produktionsprozess
-- Rückkehr zu den Grundwerten einer gesunden Wirtschaft: Leistungsprinzip und gerechte Entlohnung, keine Verwaltungswasserköpfe.....
-- Senkung der Staatsquote von zur Zeit 52% auf 30%

Weg mit dem EURO, hermit der D-Mark, Tschüss Transfer-EU und beamtendiktatur !

Die arabischen Länder Tunesien und Ägypten machen uns momentan vor, wie das geht.....aber wir selbst hatten da auch schon gute Ansätze, wenn wir an das Ende der DDR-Diktatur denken. Auch die beamtendiktatur könnte durch eine friedliche Revolution gekippt werden….

widerstand10

29.01.2011, 17:07 Uhr

Die Deutschen Touristen in Ägypten zu lassen ist gut. Als Geiseln eignen sie sich allemal, zumal Al Kaida wohl selber überrascht ist und demnächst zum Angriff übergeht. Dann werden die in berlin wieder ihr Unfähigkeit in den Medien zeigen. wir haben, wir wussten nicht, uns lagen keine..... Aber Kriegstourismus ist spannend, nur nicht mehr wenn es Opfer gibt.

H.Vogt

30.01.2011, 09:30 Uhr

@beamtendiktatur in der bRD
ihr beitrag trifft den Nagel absolut auf den Kopf.
Nur: er steht leider in der falschen Kolumne. Ein viel groesseres Publikum (Wahlvieh??!) muesste sich ihren beitrag einverleiben.
irgendwann muss doch dieser Unfug ein Ende haben.

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