Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.10.2011

13:10 Uhr

Ägypten

Proteste gegen Militärrat halten an

Bei einer Beerdigungs-Prozession für 17 Getötete in Kairo haben Zehntausende gegen Ägyptens Militärrat protestiert. Die Trauergäste machten die Streitkräfte für die tödlichen Ausschreitungen verantwortlich.

Die Proteste wegen der Gewalt gegen koptische Christen dauern an. dpa

Die Proteste wegen der Gewalt gegen koptische Christen dauern an.

KairoDie Proteste gegen den regierenden Militärrat Ägyptens wegen der Gewalt gegen koptische Christen dauern weiter an. Zehntausende Teilnehmer einer Beerdigungs-Prozession für 17 Getötete in Kairo unterbrachen am Dienstag ihre Gebete mit Sprechchören wie „nieder mit der Militärherrschaft“. Viele machten die Streitkräfte für die Angriffe verantwortlich, bei denen insgesamt 26 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt wurden.

„Das Volk will den Sturz des Marschalls“, riefen die Trauergäste. Gemeint war Feldmarschall Hussein Tantawi, der den Militärrat leitet. Die Militärführung kündigte an, sie werde „die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit zu stabilisieren“. Gegen Gewalttäter werde mit der ganzen Härte des Gesetzes vorgegangen.

Tausende nahmen an der Beerdigungs-Prozession in Kairo teil. dpa

Tausende nahmen an der Beerdigungs-Prozession in Kairo teil.

Die getöteten Christen wurden in einem kirchen-eigenen Massengrab in einem Vorort westlich von Kairo beigesetzt. Nach Angaben von Gerichtsmedizinern waren viele von ihnen von gepanzerten Fahrzeugen überfahren oder erschossen worden. Die koptische Kirche Ägyptens beschuldigte die Regierung erneut, wiederholte Angriffe auf Christen ungestraft zu dulden. Sie rief dazu auf, drei Tage lang zu fasten und zu beten. An dem Fasten wollten sich auch Muslime beteiligen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte nach den Unruhen in Kairo die Übergangsregierung Ägyptens zur Garantie und zum Schutz der Menschen- und Freiheitsrechte aller Menschen jeden Glaubens aufgerufen. Das ägyptische Volk forderte Ban auf, geeint zu bleiben und den Geist des historischen Wandels vom Frühjahr 2011 aufrecht zu erhalten, wie der stellvertretende UN-Sprecher Eduardo del Buey am Montagabend mitteilte. Die Angriffe auf eine Kundgebung koptischer Christen am Sonntag waren die schwersten Ausschreitungen seit dem Sturz von Präsident Husni Mubarak vor acht Monaten.

Von

dapd

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×