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04.08.2011

15:21 Uhr

Ägypten

Prozess gegen Ex-Innenminister vertagt

Der Prozess gegen Ägyptens Ex-Innenminister Habib el Adli verschoben worden. Die Anwälte sollen mehr Zeit bekommen, um die Akten zu prüfen. Adli steht gemeinsam mit Ex-Präsident Husni Mubarak vor Gericht.

Ägyptens Ex-Innenminister Habib al-Adli muss sich vor Gericht verantworten. Quelle: Reuters

Ägyptens Ex-Innenminister Habib al-Adli muss sich vor Gericht verantworten.

KairoDer Prozess gegen den früheren ägyptischen Innenminister Habib el Adli und sechs ranghohe Polizeioffiziere ist auf den 14. August verschoben worden. Damit solle den Anwälten mehr Zeit zur Prüfung der Akten gegeben werden, hieß es am Donnerstag zur Begründung. Adli wird vorgeworfen, der Polizei den Befehl gegeben zu haben, während der Proteste Anfang des Jahres auf Demonstranten zu schießen. Der ehemalige Chef der Sicherheitskräfte war bereits im Mai zu zwölf Jahren Haft wegen Korruption verurteilt worden. Adli steht derzeit gemeinsam mit Ex-Präsident Husni Mubarak vor Gericht, der am Mittwoch seinen ersten Auftritt im Gerichtssaal hatte.

Das Bild des früheren Herrschers, der mit blassem Gesicht auf einem Krankenbett liegend in einem Metallkäfig im Gerichtssaal erschien, wurde im ägyptischen Fernsehen übertragen. Quelle: dapd

Das Bild des früheren Herrschers, der mit blassem Gesicht auf einem Krankenbett liegend in einem Metallkäfig im Gerichtssaal erschien, wurde im ägyptischen Fernsehen übertragen.

Die ägyptischen Medien knüpften in ihrer Berichterstattung am Donnerstag an die Ungläubigkeit der ganzen Nation angesichts des Prozessbeginns gegen den langjährigen Machthaber an, dessen Sturz noch vor sechs Monaten undenkbar war. Das Foto des früheren Herrschers, der mit blassem Gesicht auf einem Krankenbett liegend in einem Metallkäfig im Gerichtssaal erschien, war auf den Titelseiten aller ägyptischen Zeitungen zu sehen. „Der Pharao in der Box“, titelte die unabhängige Zeitung „El Masri el Jom“, während das Oppositionsblatt „El Wafd“ schrieb: „Der Chef der Bande... im Käfig“. Das Wochenblatt „El Ahram“, wählte die Schlagzeile „Die Bestrafung - Das undenkbare Ende Mubaraks“.

Das Bild war vor allem schockierend, weil während der Regierungszeit Mubaraks lediglich schmeichelhafte Bilder des Präsidenten veröffentlicht werden durften. Auch Berichte über die Gesundheit des Staatschefs waren tabu. Der Chefredakteur der unabhängigen Zeitung „El Dostur“, Ibrahim Eissa, war 2008 aus diesem Grund zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Sein Blatt titelte am Donnerstag: „Und die ägyptische Revolution hat gesiegt.

 

Von

afp

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