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29.06.2011

20:04 Uhr

Ägypten

Schwere Ausschreitungen in Kairo

In Ägypten eskaliert die Gewalt. Mit Steinwürfe ließen viele Ägypten ihrem Frust über die Politik freien Lauf. Die Folge: Mindestens 1.000 Verletzte. Es waren die schlimmsten Auseinandersetzungen seit dem Winter.

Ein Ägypter bei den Ausschreitungen auf dem Thrir-Platz in Kairo. Quelle: dpa

Ein Ägypter bei den Ausschreitungen auf dem Thrir-Platz in Kairo.

KairoSteinwürfe, Tränengaseinsatz und mehr als 1.000 Verletzte: Das ist die Bilanz der schwersten Krawalle in Kairo seit dem Sturz von Präsident Husni Mubarak im Februar. Die Gewalt begann in der Nacht zum Mittwoch in einem Vorort und breitete sich rasch zum zentralen Tahrir-Platz aus, wo sich bis in den Morgen Polizisten Straßenschlachten mit Hunderten Steine werfenden jungen Männern lieferten, von denen viele mit blankem Oberkörper kämpften. Unter den 1.036 verletzten Menschen waren offiziellen Angaben zufolge mindestens 40 Polizisten.

Angefangen hatten die Ausschreitungen bei einer Gedenkfeier für Opfer des Februar-Aufstandes gegen den damaligen Präsidenten Husni Mubarak. Die Trauernden gerieten unversehens mit anderen Menschen aneinander, die sich darüber beschwerten, dass ihrer ebenfalls getöteten Angehörigen nicht gedacht wurde. Die Schlägereien gerieten außer Kontrolle und verlagerten sich offiziellen Angaben zufolge rasch auf den Tharir-Platz, das Zentrum des Kampfes gegen das Mubarak-Regime.

In die Straßenschlacht zwischen jungen Männern und Polizisten gerieten am Morgen dann Ägypter, die auf dem Weg zur Arbeit waren. Mehrere äußerten die Ansicht, dass viele der Beteiligten ihrem Frust über die Politik der herrschenden Militärs Luft machen wollten. „Die Leute sind sauer, weil die Prozesse gegen die Spitzenfunktionäre (der Regierung Mubarak) verschleppt werden“, sagte ein junger Bäcker. Es habe sich mehr um eine
Auseinandersetzung mit der Polizei und weniger um Proteste gehandelt.

Polizisten versuchen in Kairo Demonstranten zu stoppen. Quelle: dapd

Polizisten versuchen in Kairo Demonstranten zu stoppen.

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