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13.08.2012

00:00 Uhr

Ägypten

Tausende bejubeln Mursis Militärrats-Umbau

Ägyptens Präsident Mursi hat überraschend die Spitze des Militärs umgebaut, und damit seine eigene Macht gefestigt. Zwei Top-Leute des Militärrats wurden per sofort aus dem Amt gehoben. Tausende jubeln Mursi zu.

Ägyptens Präsident entlässt Militärs

Video: Ägyptens Präsident entlässt Militärs

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KairoIn der ägyptischen Hauptstadt Kairo haben tausende Anhänger von Präsident Mohammed Mursi die Entlassung von Verteidigungsminister Hussein Tantawi gefeiert. „Das Volk unterstützt die Entscheidung des Präsidenten“, rief die Menge aus Islamisten auf dem Tahrir-Platz mit Blick auf die Absetzung des Mannes, der bis vor Kurzem als Chef des Obersten Militärrates noch die Macht im Land inne hatte. Nun beginne eine neue Zeit, sagten Teilnehmer der Kundgebung dem Nachrichtensender Al-Dschasira.

Zuvor hatte Ägyptens islamistischer Präsident Mohammed Mursi den Armeekommandanten und Verteidigungsminister Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi sowie Generalstabschef Sami Anan gefeuert. Mursi, der erste demokratisch gewählte Präsident des Landes, wollte die Macht nicht mehr mit dem Militärrat teilen.

Zum Nachfolger Tantawis an an der Spitze der Streitkräfte bestellte Mursi Feldmarschall Abdel Fattah al-Sisi. Der neue Vize-Verteidigungsminister General Mohammed al-Assar sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Tantawis Entlassung sei in Rücksprache mit diesem selbst und dem Militärrat getroffen worden. Noch steht nicht fest, ob es sich bei den Entwicklungen eher um ein politisches Geschäft als um einen harten Machtkampf handelt.

Die Aufhebung der Verfassungszusätze wirkt juristisch besonders kühn. Nach allgemeiner Auffassung schien Mursi dazu schlicht nicht befugt. Erste Anzeichen deuten aber darauf hin, dass sich der Präsident nicht auf einen einsamen Alleingang eingelassen hat. So ernannte er die von ihm in die Pension geschickten Armeeführer Tantawi (76) und Anan (63) im selben Atemzug zu seinen „Beratern“. Ihre Pension wird ihnen außerdem durch die Verleihung des Nil-Ordens, einer der höchsten ägyptischen Auszeichnungen, versüßt. Ein Minimum an vorangegangenen Absprachen kann vorausgesetzt werden.

„Die Entscheidung wurde getroffen, um im Dienste eines neuen, modernen Staates frisches Blut in das Militär zu bringen“, sagte der Sprecher Mursis. Nach der Präsidentenwahl ist viel über die Rolle des 72-jährigen Feldmarschalls Tantawi spekuliert worden. „Dieser Konflikt zwischen dem neuen Präsidenten und dem Militärrat war erwartet worden“, sagte Politikexperte Gamal Soltan in einer ersten Reaktion. „Aber nicht so bald.“

Kommentare (10)

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skeptiker

12.08.2012, 18:25 Uhr

sie werden es nicht in den griff bekommen können: alles was nicht muslim ist wird getötet werden von muslimen.
so denken sie
so machen sie.
was interssiert sie das BVerG?
einen scheisendrecken.
und so machen sie es ja auch.

Account gelöscht!

12.08.2012, 18:26 Uhr

Tja, so geht es nun mal in einer Demokratie vor.
Bei uns werden auch höchste (unliebsame Polizei- und Verfassungschefs) Beamte entlassen und Chefredakteuere (Nikolaus Brender) von einem Ministerpräsidenten abgeschossen.

Warum die Aufregung?

meinungsschwall

12.08.2012, 18:48 Uhr

Da kann mursi dem militär aber auch richtig was sagen: nichts.

Dass sein Staat in 1491 angekommen ist: das kann er seinen Leuten erst recht nicht vertickern.

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