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19.07.2013

14:47 Uhr

Ägypten

Übergangspräsident ruft zu Aussöhnung auf

Ägypten bleibt tief gespalten. Nach dem Sturz des Islamisten Mursi demonstrieren Anhänger und Gegner des Ex-Präsidenten weiter. Was kann ein Aufruf zur Aussöhnung von Übergangspräsident Mansur bewirken?

Sicherheit und Menschenrechte in Ägypten

Ägyptischer Übergangspräsident verspricht Stabilität

Sicherheit und Menschenrechte in Ägypten: Ägyptischer Übergangspräsident verspricht Stabilität

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KairoÄgyptens Übergangspräsident Adli Mansur hat die verfeindeten politischen Lager nach dem Sturz des islamistischen Präsident Mohammed Mursi Anfang Juli zur Aussöhnung aufgerufen. „Es gibt jene, die das Land ins Chaos stürzen wollen“, sagte Mansur am Donnerstag in einer Fernsehansprache. „Aber es wird keinen Weg zurück geben.“ Es müsse Gerechtigkeit und Versöhnung ausnahmslos für jeden im Land geben, versprach Mansur. Er versprach überdies die innere Sicherheit wieder herzustellen.

Seit dem Sturz Mursis durch das Militär ist es in Ägypten immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Dutzenden Toten gekommen. Normalerweise beginnen die Demonstrationen nach den Freitagsgebeten. Die Muslimbruderschaft, aus der Mursi kommt, und verbündete Organisationen kündigten für den Freitag Demonstrationen im ganzen Land an.

In Kairo versammelten sie sich an einer Moschee im Nasr-Viertel. Sie werfen der Armee vor, mit einem Staatsstreich den ersten frei gewählten Präsidenten Ägyptens aus dem Amt gejagt zu haben. Die Streitkräfte begründen ihre Intervention damit, dass Mursi seine Kompetenzen überschritten habe. Sie hätten sich angesichts der Massenproteste gegen ihn zum Einschreiten gezwungen gesehen.

Die Muslimbruderschaft verlangt die Freilassung des gewählten Präsidenten und seine Rückkehr an die Macht. Der Höhepunkt der Kundgebungen wird nach dem abendlichen Fastenbrechen im Monat Ramadan erwartet. Sie sollen eine „Botschaft an die ganze Welt richten, dass die Mehrheit der Ägypter den Militärputsch ablehnt“, hieß es in dem Aufruf der Nationalen Allianz zur Unterstützung der Legitimität, dem Bündnis der islamistischen Pro-Mursi-Kräfte.

Doch auch die Gegner der Islamisten machen mobil. Die Jugendbewegung Tamarud (Rebellion) rief zu einer Kundgebung auf dem Tahrir-Platz in Kairo auf. Sie hatte im Juni jene Massenproteste gegen die Herrschaft Mursis organisiert, die für das Militär den Ausschlag gaben, den Islamisten zu stürzen.

Im Internet kursierten aber auch Aufrufe, die die Bewohner der Wohnviertel rund um das Protest-Camp der Mursi-Gegner dazu aufriefen, sich am späten Freitagabend zu versammeln, um die Zusammenkunft der Islamisten zu stören. Sie machen Mursis Anhänger für die gewaltsamen Zusammenstöße in den vergangenen Wochen verantwortlich und stellen ihre Aktionen unter das Motto „Das Volk gegen den Terrorismus“.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

19.07.2013, 08:06 Uhr

Wer sich für etwas mehr für die Hintergründe des Ägypten-Coups interessiert über die Geschichten-Erzählung der Systempresse hinaus interessiert, der kann hier weiterlesen (allerdings in Englisch):

http://www.globalresearch.ca/saudis-unprecedented-break-with-washington-over-egypt/5343092

Offenbar brechen die Saudis und ihre Golf-Verbündeten mit Washingtons Extremisten-Politik (und meiner Meinung nach erfolgt dies nur mit dem "Backing" durch eine ausreichend mächtige Gruppe der Anglo-Hochfinanz, siehe auch die Demos in der Türkei gegen Ex(?)-Moslembruder Erdogan)

Doppelmoral

19.07.2013, 15:42 Uhr

Erst eine demokratisch gewählte Regierung und Präsidenten absetzen und 52 % der Wähler um ihre Wahl bringen und dann von Versöhnung reden, ist heuchlerisch. Wie soll da eine Versöhnung aussehen. Erst muß der gewählte Präsident freigelassen und ihm die Amtsgeschäft übergeben. Dann Neuwahlen ansetzen.

Ohne Freilassung Mursis kann es keine Versöhnung geben.

Der hiesige medienwirksame Versuch, durch bewusst falsch gestreute Informationen der Opposition und ausländische Medien den erfolgreichsten Regierungschef in der Türkei seit 50 Jahren, politisch wie wirtschaftlich, in Misskredit zu bringen, wird nicht gelingen.

Die demokratische Entwicklung der Türkei ist, Dank Erdogansreformen, nicht mehr zu stoppen, auch wenn rückständige kemalistische Anhänger der CHP und manche politischen Krfte hierzulande dies auch noch medienwirksam unterstützen.

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