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13.07.2013

16:57 Uhr

Ägyptens Ex-Präsident

Anzeigen gegen Mursi eingegangen

Die befürchteten Ausschreitungen blieben vorerst aus. Anhänger und Gegner des gestürzten Präsidenten Mursi stehen sich weiter unversöhnlich gegenüber. Bei der Staatsanwaltschaft sind Anzeigen gegen Mursi eingegangen.

Bei der ägyptischen Staatsanwaltschaft sind mehrere Anzeigen gegen Mohammed Mursi eingegangen. Reuters

Bei der ägyptischen Staatsanwaltschaft sind mehrere Anzeigen gegen Mohammed Mursi eingegangen.

KairoBei der ägyptischen Staatsanwaltschaft sind Anzeigen gegen den gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi und mehrere Anführer der islamistischen Muslimbruderschaften eingegangen. Die Vorwürfe umfassten Spionage, Schädigung der Wirtschaft und Aufruf zur Gewalt gegen Demonstranten, teilte die Staatsanwaltschaft am Samstag mit. Betroffen sind nach Angaben der Behörde neben Mursi acht Führungspersönlichkeiten der Muslimbruderschaft, darunter ihr Vorsitzender Mohammed Badie und der stellvertretende Chef der Partei der Muslimbrüder, Essam Al-Erian.

Wer Mursi und die Islamisten angezeigt hat, teilte die Behörde nicht mit. Sie werde nun die Vorwürfe prüfen und eine Befragung der Betroffenen vorbereiten. Bis es zu einer formellen Anklageerhebung kommt, könnten Tage, wenn nicht gar Monate vergehen.

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Hunderttausende Anhänger Mursis haben in Kairo bis in die Nacht zum Samstag für die Wiedereinsetzung des Islamisten in sein Amt demonstriert. Viele blieben auch am Samstag im Protestcamp der Mursi-Anhänger in der Vorstadt Nasr City. Tausende Gegner der Islamisten feierten in der selben Nacht auf dem zentralen Tahrir-Platz das Ende der Islamisten-Herrschaft.

Zu den befürchteten Ausschreitungen kam es nicht. Im Norden der Halbinsel Sinai nutzen aber extremistische Milizen die instabile Lage in Ägypten für neue Angriffe auf staatliche Institutionen. Der deutsche Nahost-Experte Volker Perthes, der auch die Bundesregierung berät, sieht allerdings keine Bürgerkriegsgefahr.

Zeitweise zogen islamistische Demonstranten in der Nacht zum Samstag vor das Verteidigungsministerium und zur 6. Oktober-Brücke, die in der Nähe des Tahrir-Platzes liegt. Anders als in den ersten Tagen nach dem Umsturz am 3. Juli blieben Zusammenstöße aus. Beim schlimmsten Zwischenfall waren am vergangenen Montag vor einer Kaserne der Republikanischen Garde mehr als 50 Islamisten getötet worden, Sicherheitskräfte hatten in die Menge geschossen.

Die Anhänger Mursis wollen ihre Proteste fortführen, bis der gestürzte Präsident wieder im Amt ist. Essam al-Arian, ein Mitglied der Muslimbruderschaft, aus der Mursi stammt, bekräftigte in einem Eintrag auf seiner Facebook-Seite, dass die Organisation die neuen Übergangsstrukturen - den Präsidenten Adli Mansur und den Regierungschef Hasem al-Beblawi - nicht anerkennt. „Keine Person, keine elitäre Gruppe, keine Armee kann den Menschen ihren Willen aufzwingen“, schrieb er. Nach Ausstellung eines Haftbefehls gegen ihn und andere Führer der Organisation ist Al-Arian offenbar untergetaucht.

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