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21.05.2014

10:47 Uhr

Ägyptens Ex-Präsident

Mubarak zu drei Jahren Haft verurteilt

Der ehemalige ägyptische Präsident Husni Mubarak ist wegen Veruntreuung zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Er soll Millionen Euro an öffentlichen Geldern verschwendet haben. Auf Mubarak warten noch weitere Prozesse.

Ägyptens Ex-Präsident Mubarak ist in einem ersten Prozess verurteilt worden. ap

Ägyptens Ex-Präsident Mubarak ist in einem ersten Prozess verurteilt worden.

KairoDer ehemalige ägyptische Präsident Husni Mubarak ist am Mittwoch wegen Veruntreuung zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Mubarak war vorgeworfen worden, Millionen an öffentlichen Mitteln unrechtmäßig für die Renovierung von Präsidentenpalästen verwendet zu haben.

Das Verfahren in diesem Fall hatte bereits im vergangenen August begonnen, wurde aber vom Gericht an die Generalstaatsanwaltschaft zurückverwiesen, die vier weitere Angeklagte hinzufügte. Es ist einer von mehreren Prozessen gegen den kranken Mubarak.

Ägypten als Machtfaktor im Nahen Osten

Bevölkerung

Mit rund 85 Millionen Einwohnern ist der Staat das bevölkerungsreichste arabische Land. Niltal und Nildelta zählen mit mehr als 1100 Menschen pro Quadratkilometer zu den am dichtesten besiedelten Regionen der Welt.

Wirtschaftskraft

Bei der Wirtschaftsleistung gab es 2012 im Vergleich zum Vorjahr einen prognostizierten Zuwachs von zwei, für 2013 von drei Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte sich 2013 auf geschätzt knapp 276 Milliarden Dollar summieren.

Suezkanal

Kairo kontrolliert mit dem 1956 verstaatlichten Kanal eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. Besondere Bedeutung haben die vielen Tanker, die Öl vom Golf nach Europa transportieren. Die Kanalgebühren sind eine tragende Säule des ägyptischen Staatshaushalts.

Tourismus

Die Branche ist einer der wichtigsten Devisenbringer des Landes. Nach einem Einbruch im Revolutionsjahr 2011 mit 9,8 Millionen Touristen (2010: 14,7 Millionen) kamen 2012 bis November 9,5 Millionen. Die Zahl der deutschen Urlauber stieg in den ersten neun Monaten 2012 im Vergleich zu 2011 um gut 29 Prozent auf rund 830 000.

Nahostfrieden

Für die EU und die USA ist Ägypten seit langem ein verlässlicher Vermittlungs- und Verhandlungspartner. Auf die palästinensische Seite wirkte Kairo oft mäßigend ein. Ägypten war das erste arabische Land, das Israel anerkannte. Die Staaten schlossen 1979 einen Friedensvertrag.

Dschihadisten

Präsident Husni Mubarak verfolgte einen harten Kurs gegen Islamisten und präsentierte Ägypten als „Bollwerk gegen Dschihadisten“. Unter seinem Nachfolger Mohammed Mursi konnten militante Islamisten in einigen Bezirken östlich der Stadt Al-Arisch mehr oder weniger unbehelligt von der Staatsmacht schalten und walten. Aus Sicht der Armee waren die Operationen gegen Extremisten mit Nähe zum Terrornetzwerk Al-Kaida in dem Gebiet in dieser Zeit halbherzig.

In einem neu aufgerollten Verfahren muss er sich auch wegen seiner Rolle bei der Tötung von mehr als 900 Demonstranten während des Aufstands von 2011 verantworten. Eine erste Verurteilung zu lebenslanger Haft war vergangenes Jahr aufgehoben worden.

Von

ap

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