Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.05.2012

04:35 Uhr

Ärger für Merkel und Obama

Hollande zieht Afghanistan-Truppen dieses Jahr ab

Frankreich hat sich durchgesetzt. Mit dem verfrühten Truppenabzug aus Afghanistan hat Frankreichs Präsident Hollande Ärger auf sich gezogen – auch von Kanzlerin Merkel. Sein Kommentar: „Sie hat mir nichts gesagt.“

Nato hält am Afghanistan-Zeitplan fest

Video: Nato hält am Afghanistan-Zeitplan fest

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

ChicagoFrankreich hat sich nach Ansicht seines neuen Präsidenten François Hollande mit seinem Kurswechsel beim Abzug aus Afghanistan in der NATO durchgesetzt. „Wir haben erreicht, dass die Position Frankreichs vollständig respektiert und umgesetzt wird“, sagte Hollande am Sonntagabend in Chicago. Besonders die Bundesregierung hatte auf dem Gipfel zuvor den Alleingang gerügt. Frankreich will seine Kampftruppen noch bis Jahresende abziehen - und damit zwei Jahre früher als in der NATO geplant.

Im kommenden Jahr sollten Soldaten für die Ausbildung der afghanischen Polizei und Armee im Rahmen der Nato-Schutztruppe Isaf verbleiben, sagte Hollande.

Die Nato hält trotz des beschleunigten Abzugs französischer Truppen aus Afghanistan an ihrem Zeitplan für das Ende des Kampfeinsatzes 2014 fest. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erklärte beim Gipfel des Militärbündnisses am Sonntag in Chicago, Strategie, Ziel und Zeitplan für die Isaf-Truppen seien unverändert. Es werde keinen „Wettlauf zum Ausgang“ geben.

Milliarden-Investitionen: Nato-Staaten geben grünes Licht für Raketenschild in Europa

Milliarden-Investitionen

Nato-Länder starten Raketenschild

Nato-Projekt soll Europa vor Langstreckenraketen aus Iran oder Nordkorea schützen.

Auch die Rückführung der Truppenausrüstung brauche Zeit. Hollande sicherte eine langfristige Unterstützung Afghanistans nach 2014 zu, dazu habe Frankreich bereits mit Kabul einen Vertrag abgeschlossen. Der afghanische Präsident Hamid Karsai heiße den Pariser Kurs gut.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle übten offen Kritik an Hollandes Plan. US-Präsident Barack Obama rief als Gastgeber zu Geschlossenheit auf.

Westerwelle rügte solche nationalen Alleingänge und warnte vor einem „Abzugswettlauf“ unter den Truppenstellern. Ein schnellerer Rückzug „aus innenpolitischen Gründen“ könne die terroristische Bedrohung verstärken.

„Wir sollten klug genug sein, gemeinsam bei dem zu bleiben, was abgestimmt und abgesprochen worden ist.“ Kanzlerin Angela Merkel schlug in dieselbe Kerbe. Deutschland stehe „sehr fest“ zu dem verabredeten Prinzip „Gemeinsam hinein, gemeinsam wieder raus“.

Kommentare (17)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

SlingShot

21.05.2012, 06:11 Uhr

die Franzosen scheren sich immer einen Dreck um internationale Abmachungen, wenn es um das Wohl der Grande Nation geht. Ob in der EU, mit Airbus oder der NATO.
Nur die Bundesregierung glaubt immer an die heile Welt.
Wir sind es ja unseren "Partnern" schuldig!

Oeconomicus

21.05.2012, 06:20 Uhr

Endlich gibt es für unsere geliebte Vorsitzende Wind von vorn!

Je häufiger Hollande auf seinen vernünftigen Positionen verharrt, um so symphatischer wird er mir.

Account gelöscht!

21.05.2012, 06:28 Uhr

Merkel darf so langsam mal ruhig kapieren, daß ihre Zeit als Staatsratsvorsitzende der BRD-DDR-Bad-Bank vorbei ist!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×