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18.09.2014

10:55 Uhr

Ärzte ohne Grenzen

„Die deutsche Regierung tut nichts“ gegen Ebola

Die Bundesregierung muss angesichts ihrer Passivität im Umgang mit der Ebola-Epidemie in Westafrika harsche Kritik einstecken. Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ wirft Merkel Versagen vor.

Ein NGO-Arbeiter lässt Kinder in Guinea Hände Waschen, um die Ausbreitung von Ebola zu verhindern. Reuters

Ein NGO-Arbeiter lässt Kinder in Guinea Hände Waschen, um die Ausbreitung von Ebola zu verhindern.

BerlinDie Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ hat der Bundesregierung Versagen im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika vorgeworfen. „Die Verzweiflung nimmt jeden Tag zu. Wir schaffen das nicht mehr allein. Die deutsche Regierung tut nichts“, kritisierte der Chef der deutschen Sektion der Organisation, Tankred Stöbe, am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk. Die Helfer in der Region seien am Ende ihrer Kräfte.

„Sie haben es mittlerweile mehr mit Toten, als mit Lebendigen zu tun“, beschrieb er die Lage vor Ort. In den vergangenen Wochen haben sich immer wieder auch Helfer in Westafrika mit dem hochansteckenden Virus infiziert, das zu starkem Fieber und inneren Blutungen führt.

Zwar habe die Bundesregierung nun Hilfe in Aussicht gestellt, „Ärzte ohne Grenzen“ habe aber seit Juni vergeblich gewarnt, sagte Stöbe. Man könne den Kampf gegen eine solche Epidemie nicht den Nicht-Regierungsorganisationen überlassen. „Wir brauchen Krankenhäuser und Isolierstationen mit ausgebildetem Personal. Und genau das haben wir nicht mehr.“

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Mittwoch den Ländern in Westafrika Hilfe zugesagt, nachdem die liberianische Präsidentin in einem persönlichen Brief an verschiedene Regierungschefs dringend um Unterstützung gebeten hatte. Mit Hilfe von Luftwaffe-Transportern sollten Hilfsgüter und Spenden aus Deutschland in die Region gebracht werden. Innerhalb der nächsten zehn Tage solle zudem eine mobile Feldklinik mit 50 Krankenbetten losgeschickt werden.

US-Präsident Barack Obama hat zu einem entschiedeneren Kampf der Weltgemeinschaft gegen die Seuche aufgerufen, an der nach offiziellen Angaben bislang 2500 Menschen gestorben sind. Die USA schicken 3000 Soldaten in die Region, darunter Ingenieure und Mediziner. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird die Eindämmung des Ebola-Ausbruchs rund eine Milliarde Dollar kosten.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Theo Gantenbein

18.09.2014, 11:30 Uhr

Um was sollen wir Deutschen uns denn noch alles kümmern? Sind wir die universalen Welt-Retter?

Wir retten die Welt ja schon in Begriff auf Klimaschutz, Aids, etc. etc. und sind Weltmeister im Export von Gutmenschentum. Was denn noch?

Frau Josefína Pepova

18.09.2014, 14:56 Uhr

Hallo,
do you know that some people like bylll gatees, and his firm Monsanto gave more than 1,5mil USD for Ebola research?
thank you Handelsblatt for article.

Herr Wolfgang Trantow

19.09.2014, 09:45 Uhr

Verfolgt man die Äußerungen unserer Experten, gibt es keine Gefahr duerch Ebola. Lügen also unsere Experten die Deutschen wissentlich, vorsätzlich an und wollen deshalb alle Ebolakranke nach Deutschland???

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