Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.01.2011

20:49 Uhr

Ärzte optimistisch

Attentatsopfer Giffords atmet wieder aus eigener Kraft

Die angeschossene Kongressabgeordnete Giffords befindet sich weiterhin in einem kritischen Zustand. Nach Angaben ihrer Ärzte muss sie aber nicht mehr künstlich beatmet werden. US-Präsident Obama will derweil an einer Trauerfeier für die Opfer des Anschlags von Arizona teilnehmen.

Gabrielle Giffords bei der Vereidigung: Genesung wird Monate in Anspruch nehmen. Quelle: DAPD

Gabrielle Giffords bei der Vereidigung: Genesung wird Monate in Anspruch nehmen.

HB PHOENIX. Obama werde am Mittwoch nach Tucson reisen, um der Toten zu gedenken und den Hinterbliebenen persönlich sein Beileid zu bekunden, sagte Präsidialamtssprecher Nick Shapiro. Zugleich lobte Obama die Zivilcourage von zwei Augenzeugen, die den 22-jährigen Attentäter am Samstag überwältigt und vor weiteren Schüssen abgehalten hatten. „Der Präsident hat sich bei ihnen für ihren heldenhaften Einsatz bedankt und ihnen gesagt, dass ihre schnelle Reaktion und ihr Mut das Beste von Amerika gezeigt hätten“, erklärte der Sprecher.

Der mutmaßliche Todesschütze Jared Loughner war am Montag erstmals dem Haftrichter vorgeführt worden. Die Justiz wirft dem Einzelgänger unter anderem Mord vor. Ein Foto, das die Polizei von Loughner nach der Tat aufnahm und am Montag veröffentlichte, zeigt ihn mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. Bei einem Schuldspruch droht Loughner die Todesstrafe.

Der junge Mann hatte am Samstag der Kongressabgeordneten Gabrielle Giffords während einer Informationsveranstaltung auf dem Parkplatz eines Supermarkts in Tucson in den Kopf geschossen und danach das Feuer auf weitere Bürger eröffnet. Die Parteifreundin von Obama überlebte schwer verletzt. Sechs Menschen wurden getötet, darunter ein Bundesrichter und ein neunjähriges Mädchen. Die Motive des Mannes sind noch unklar.

Nach Angaben der Polizei hat Loughner keine Verbindungen zu einer extremistischen Gruppe. An seinem College, das er im vergangenen Oktober nach Zwischenfällen mit der Campus-Polizei verließ, galt Loughner als Einzelgänger, der mit kruden Theorien und Wutausbrüchen seine Mitschüler beunruhigte.

Die angeschossene Giffords befand sich weiterhin in einem kritischen Zustand. Nach Angaben ihrer Ärzte musste sie am Dienstag aber nicht mehr künstlich beatmet werden. Auch reagiere die Politikerin auf einfache Signale, teilten ihre Neurochirurgen mit. Es bestehe zwar Hoffnung, Giffords Genesung werde aber Monate in Anspruch nehmen. Ein Geschoss aus der Waffe des Attentäters hatte ihr Gehirn durchquert und dabei auch das Sprachzentrum getroffen.

Das Attentat löste in den USA eine Debatte über die politische Kultur und die zunehmend aggressive Rhetorik von Politikern wie der ehemaligen Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin aus. Die Republikanerin hatte im vergangenen Wahlkampf im Internet zu einer Eroberung demokratischer Wahlkreise aufgerufen und dabei auch Giffords Bezirk mit einem Fadenkreuz markiert. In einem Interview zeigte sich Giffords im vergangenen Jahr über die Darstellung beunruhigt. Nach dem Attentat ließ Palin die umstrittene Fadenkreuz-Grafik von ihrer Webseite entfernen. Über einen Facebook-Eintrag bekundete die ehemalige Gouverneurin von Alaska zudem ihr Beileid.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×