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11.01.2006

10:49 Uhr

Äußerungen über Scharon

Israel straft US-Prediger Robertson ab

Nach seinen Äußerungen von der Krankheit Ariel Scharons als Strafe Gottes will Israel mit dem US-Fernsehprediger Pat Robertson nicht mehr zusammenarbeiten. Eine geplante Finanzspritze von 50 Millionen Dollar (42 Millionen Euro) soll gestrichen werden.

US-Fernsehprediger Pat Robertson. Foto: dpa

US-Fernsehprediger Pat Robertson. Foto: dpa

HB TEL AVIV. Ein Sprecher des Tourismusministerium stellte die Millionen-Zuwendung für ein Projekt Robertsons im Norden Israels in Frage. Israel wollte Land und Infrastruktur für ein christliches Zentrum in Galiläa zur Verfügung stellen, für das eine von Robertson geführte evangelikale Gruppe Spenden gesammelt hat. „Wir werden keine Geschäfte mit ihm machen“, sagte Ministeriumssprecher Ido Hartuv nun.

Robertson hatte mit Blick auf den israelischen Abzug aus dem Gazastreifen erklärt, der israelische Ministerpräsident Scharon werde mit seinem Leiden für „die Teilung von Gottes Land“ bestraft.

Indes versuchen Scharons Ärzte weiter, den Ministerpräsidenten aus dem Koma zu holen. Scharon soll erneut auf Schmerz-Reize reagiert haben. Der 77-Jährige habe versucht, seine Hand wegzuziehen, sagte Scharons Chirurg Felix Umansky der Zeitung "Jediot Ahronot". Scharon schwebe inzwischen nicht mehr in unmittelbarer Lebensgefahr.

Bereits am Dienstag bewegte Scharon den Ärzten zufolge seinen linken Arm, am Vortag hatten sein rechter Arm und sein rechtes Bein auf Schmerz-Reize reagiert. Allerdings sei man noch weit davon entfernt, den vollen Schaden am Gehirn abschätzen zu können, so Umansky. „Es kann Wochen dauern oder Monate."

Die schwere Erkrankung des Ministerpräsidenten hat dessen neu gegründeter Partei Kadima offenbar nicht geschadet. Laut einer von der Zeitung „Haaretz“ veröffentlichten Umfrage konnte Kadima in der Wählergunst weiter zulegen: Mit dem amtierenden Ministerpräsidenten Ehud Olmert als Kandidaten für die Regierungsspitze käme die Partei bei der Parlamentswahl am 28. März demnach auf 44 Sitze, vier mehr als in einer Erhebung vor einer Woche. Die Arbeitspartei könnte der Umfrage zufolge 16 Mandate erringen, die Likud-Partei 13.

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