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15.05.2011

22:17 Uhr

Affäre Strauss-Kahn

Griechenland verliert einen wichtigen Verbündeten

VonGerd Höhler

Einfach hatten es die Griechen mit Dominique Strauss-Kahn nicht immer. Doch in der Finanzkrise galt er als Anwalt des Landes. Sein wahrscheinliches Karriere-Ende trifft Griechenland hart – nur sagen will es keiner.

Griechenlands Premierminister Giorgos Papandreou sprach angeblich schon 2009 mit IWF-Chef Strauss-Kahn über Hilfen für sein Land. Quelle: dapd

Griechenlands Premierminister Giorgos Papandreou sprach angeblich schon 2009 mit IWF-Chef Strauss-Kahn über Hilfen für sein Land.

AthenDie griechische Regierung hüllte sich zum Fall Strauss-Kahn zunächst in Schweigen: „Kein Kommentar“,  hieß es in Athen. Es handele sich um ein schwebendes Verfahren, sagt man in Regierungskreisen, noch seien die Vorwürfe ungeklärt und jeder Beschuldigte bis zum Beweis des Gegenteils unschuldig – das Übliche also. Aber bei nüchterner Betrachtung weiß man natürlich auch in  Athen: die politische Karriere des Dominique Strauss-Kahn ist zu Ende. „Wir verlieren einen Freund“, sagt ein griechischer Diplomat. Ähnlich sieht man es in Finanzkreisen an der Akropolis.

Auch wenn der Sprecher der griechischen Regierung, Giorgos Petalotis, am Sonntag noch erklärte, die griechische Regierung verhandele mit Institutionen, nicht mit Einzelpersonen. Unbeeinträchtigt von den Vorfällen fahre sie mit der Umsetzung des Programms fort, mithilfe dessen Griechenland aus der Krise komme.

Was sich im Sofitel am New Yorker Times Square zugetragen haben soll, ist politisch brisant genug. Aber Regierungssprecher Petalotis muss besonders aufpassen, dass ihm kein falsches Wort über die Lippen kommt. Denn die Beziehungen zwischen dem IWF-Chef und dem Athener Premier Giorgos Papandreou waren jüngst gespannt. Der Grund: Anfang Mai sendete der griechische Privatkanal Alpha TV einen bis dahin unbekannten französischen Interviewausschnitt, in dem Strauss-Kahn enthüllt, Papandreou habe bereits im November 2009 - wenige Tage nach seiner Wahl und sechs Monate, bevor er um Finanzhilfe der EU bat - hinter den Kulissen Kontakt zum IWF aufgenommen und über ein Rettungskonzept für Griechenland verhandelt.

Die griechische Regierung habe sich damals eine „Intervention“ des IWF gewünscht, Papandreou habe das aber aus politischen Gründen der griechischen Öffentlichkeit verheimlichen müssen, plauderte Strass-Kahn aus - und brachte damit den griechischen Regierungschef in Erklärungsnot. Schließlich hatte Papandreou noch im November 2009 das Ausmaß der Krise öffentlich heruntergespielt und versichert, sein Land brauche keine Hilfskredite.

Möglicherweise auf Druck der Athener Regierung ließ Strauss-Kahn seine Interview-Äußerung inzwischen relativieren: es habe damals nur Gespräche über „technische Hilfe“ des IWF beim Finanzmanagement und der Bekämpfung der Steuerhinterziehung gegeben, hieß es in einer vor zehn Tagen herausgegebenen Erklärung des Fonds.

Kommentare (5)

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Morchel

15.05.2011, 15:37 Uhr

Im Gegenteil das passt genau so ins Konzept wer erinnert sich noch als Köhler den IWF gab ? Nun wohlversorgt isser weg. Bei den Problemen ist ein Abgang von nutzen egal wie hauptsache weg. Anderer Vorschlag wenn die Amis mit ihn fertig sind, was übrig lassen muss er sich als Finanzjongler verantworten. Wie wärs damir Die Menschen in der EU belogen, betrogen zu haben.

Account gelöscht!

15.05.2011, 16:08 Uhr

Totlach: Ein unwilliges Zimmermädchen verursacht nun den wirtschaftlichen Untergang Griechenlands. Es war bekannt, daß Strauß-Kahn ein ziemlicher "Bock" ist, Papandreou hätte ihm ein paar nette Begleiterinnen mitgeben sollen, um sowas zu verhindern, Berlusconi hätte da besser vorgesorgt, bei ihm stehen genug "Damen" in Lohn und Brot und sein Volk hat dafür volles Verständnis...

Account gelöscht!

15.05.2011, 16:35 Uhr

Der Boris hat es ein wenig geschickter gemacht,
aber nur ein wenig.

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