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27.04.2014

15:48 Uhr

Afghanische Wahlkommission

Stichwahl zwischen Abdullah und Ghani

Abdullah Abdullah und Aschraf Ghani werden am 7. Juni in einer Stichwahl gegeneinander antreten. Beide wollen den afghanischen Präsidenten Karsai beerben. Keiner hat bisher die absolute Mehrheit gewonnen.

Aschraf Ghani (Foto) muss bei der afghanischen Präsidentenwahl in die Stichwahl gegen Spitzenreiter Abdullah Abdullah. dpa

Aschraf Ghani (Foto) muss bei der afghanischen Präsidentenwahl in die Stichwahl gegen Spitzenreiter Abdullah Abdullah.

KabulDie afghanische Präsidentenwahl wird nach dem vorläufigen Ergebnis in einer Stichwahl zwischen Spitzenreiter Abdullah Abdullah und dem Zweitplatzierten Aschraf Ghani entschieden. „Unsere Bewertungen zeigen, dass es zu einer zweiten Wahlrunde zwischen den beiden führenden Kandidaten kommt“, sagte der Chef der Eahlkommission (IEC), Jusuf Nuristani, bei der Verkündung des vorläufigen Wahlergebnisses am Samstag in Kabul. Vor dem amtlichen Endergebnis müsse allerdings die Wahlbeschwerdekommission (ECC) noch zahlreiche Betrugsvorwürfe überprüfen, die Einfluss auf das Resultat haben können. Eine Stichwahl sei für den 7. Juni geplant.

Nach dem vorläufigen Ergebnis verfehlte Ex-Außenminister Abdullah mit 44,9 Prozent klar die absolute Mehrheit. Der frühere Finanzminister Ghani kam demnach auf 31,5 Prozent. Am 14. Mai will die Wahlkommission ein amtliches Endergebnis vorlegen. Die Beschwerdekommission hatte nach der Abstimmung Wahlbetrug in „nicht geringem Ausmaß“ bestätigt.

Abdullah rechnet weiter mit seinem Wahlsieg in der ersten Runde. „Es wird nicht notwendig sein, in eine zweite Runde zu gehen, wenn die gefälschten Stimmen annulliert werden„, sagte er am Sonntag. Abdullah und Ghani schlossen am Sonntag eine Vereinbarung zur Machtteilung aus, mit der eine Stichwahl vermieden werden könnte.

Einer von beiden folgt Präsident Hamid Karsai nach, der Afghanistan seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001 regiert. Karsai durfte sich nach der Verfassung nicht ein drittes Mal zur Wahl stellen. Bei der Abstimmung am 5. April waren acht Kandidaten angetreten. Ex-Außenminister Salmai Rassul - der als Karsais Favorit gehandelt wurde - kam mit 11,5 Prozent abgeschlagen auf den dritten Rang.

Abdullah (60) ist der einzige Halb-Tadschike unter den Kandidaten, alle anderen Bewerber gehören der größten Volksgruppe der Paschtunen an. Bei der von massivem Betrug überschatteten Präsidentenwahl 2009 unterlag der Augenarzt gegen Karsai, unter dem er bis 2006 Außenminister war. Ghani (64) war bis 2004 Finanzminister in Karsais Übergangsregierung. Auch Ghani trat 2009 gegen den Amtsinhaber an, bekam aber nur drei Prozent der Stimmen.

Die IEC teilte mit, knapp 6,9 Millionen Stimmen seien bei der Wahl abgegeben worden, knapp zwei Drittel davon von Männern. Rund 250 000 Stimmen seien bislang wegen Betrugs für ungültig erklärt worden. Bei der von massivem Betrug überschatteten Präsidentenwahl 2009 waren 1,3 Millionen Stimmen annulliert worden.

Die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (Unama) lobte die Wahlkommission und rief die Kandidaten dazu auf, den Wahlprozess zu akzeptieren. Nun müsse die Beschwerdekommission ihren Verpflichtungen nachkommen und die Anschuldigungen untersuchen, teilte Unama mit.

Von

dpa

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