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02.02.2012

17:21 Uhr

Afghanistan-Abzug

US-Pläne sorgen für Irritation

Bis Ende 2013 wollen die USA ihren Kampfeinsatz in Afghanistan beenden. Die Nato-Pläne sahen den Rückzug allerdings erst bis Ende 2014 vor. Und dabei soll es auch bleiben, so Verteidigungsminister de Maiziere.

US-Soldaten in Afghanistan: Die Regierung wurde über die Pläne der USA nicht vorab informiert. AFP

US-Soldaten in Afghanistan: Die Regierung wurde über die Pläne der USA nicht vorab informiert.

Brüssel/KabulDie USA haben mit ihrem beschleunigten Zeitplan zum Ende des Kampfeinsatzes in Afghanistan für Irritation über die Nato-Ausstiegsstrategie gesorgt. US-Verteidigungsminister Leon Panetta erklärte wenige Stunden vor einem Treffen mit seinen Nato-Kollegen überraschend, die amerikanischen Truppen würden sich vor Ende 2013 aus dem Kampfeinsatz zurückziehen und dann nur noch eine unterstützende Rolle bei der Ausbildung und Beratung der afghanischen Sicherheitskräfte spielen. Nach den bisherigen Nato-Plänen ist das erst bis Ende 2014 vorgesehen. Dabei werde es auch bleiben, betonte Verteidigungsminister Thomas de Maiziere nach einem Gespräch mit Panetta am Donnerstag in Brüssel.

Zuletzt hatte auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy erklärt, dass die französischen Soldaten bis Ende 2013 abziehen sollen. Wie Sarkozy kämpft US-Präsident Barack Obama in diesem Jahr um seine Wiederwahl. Ein rascheres Ende des kostspieligen Kampfeinsatzes könnte beiden Auftrieb in der Wählergunst verschaffen.

Afghanistan reagierte überrascht auf die Ankündigung Panettas. „Die Entscheidung, dies ein Jahr vorzuziehen, wirft die gesamten Planungen für die Übergangsphase über den Haufen“, hieß es in afghanischen Regierungskreisen. Damit müssten alle Vorbereitungen drastisch beschleunigt werden. Die afghanische Regierung sei vorab nicht informiert worden. „Wenn sich die USA aus den Kämpfen zurückziehen, wird das sicher Konsequenzen für unsere Bereitschaft, Ausbildung und die Ausrüstung der Polizei haben“, hieß es.

Die Nato-Verteidigungsminister beraten unter anderem über den Einsatz in Afghanistan und die Übergabe der Verantwortung an die afghanischen Sicherheitskräfte. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen betonte am Donnerstag in Brüssel, dass die Militärallianz bei ihrem vereinbarten Zeitplan für den Afghanistan-Einsatz bleibe.

Der Übergabeprozess sehe allerdings vor, dass die letzten Gebiete Mitte 2013 in die Verantwortung der afghanischen Sicherheitskräfte übergingen. „Ab diesem Zeitpunkt sind die afghanischen Sicherheitskräfte in ganz Afghanistan in der Führung, und ab diesem Zeitpunkt wird unsere Aufgabe sich nach und nach vom Kampf zur Unterstützung wandeln“, erklärte Rasmussen. Dabei müsse die Sicherheitslage allerdings berücksichtigt werden. Bisher gibt es noch keine vollständigen Truppenabzugspläne der knapp 50 am Afghanistan-Einsatz beteiligten Länder.

Kommentare (1)

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Sieg

02.02.2012, 20:38 Uhr

Gratulation!,
Der Krieg ist gewonnen! Unsere Sicherheit, wurde am Hindukusch erfolgreich verteidigt.
Wir sind jetzt sicher!
Vor was eigentlich?
Manchmal glaube ich, wir leben in einem Irrenhaus.

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