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20.05.2012

23:34 Uhr

Afghanistan

Ärger über Hollandes eiligen Abzug

Frankreichs Beharren, schon 2013 alle eigenen Soldaten aus Afghanistan abzuziehen, trifft beim Nato-Partner Deutschland auf Unverständnis. Bundesaußenminister Westerwelle warnt vor höheren Terrorgefahren.

Neue Konfliktlinien: Kanzlerin Angela Merkel kritisiert die Haltung ihres Kollegen Francois Hollande in Sachen Afghanistan. dapd

Neue Konfliktlinien: Kanzlerin Angela Merkel kritisiert die Haltung ihres Kollegen Francois Hollande in Sachen Afghanistan.

ChicagoDie Bundesregierung hat zum Auftakt des Nato-Gipfels den geplanten frühzeitigen Abzug der französischen Kampftruppen aus Afghanistan scharf gerügt. Außenminister Guido Westerwelle warnte am Sonntag in Chicago: „Ein Abzugswettlauf gießt nur Wasser auf die Mühlen derer, die Unsicherheit säen wollen“. Sollte es dazu kommen, würde das den Kampf gegen Terrorismus schwächen. „Deswegen sollten alle Beteiligten klug genug sein bei dem zu bleiben, was gemeinsam abgesprochen und abgestimmt worden ist.“ Ein schnellerer Rückzug westlicher Demokratien „aus innenpolitischen Gründen könne die terroristische Bedrohung verstärken.

Auch Kanzlerin Merkel betonte, Deutschland stehe „sehr fest zu dem verabredeten Prinzip „Gemeinsam hinein, gemeinsam wieder raus. Trotz des Ausscherens Frankreichs pocht Merkel darauf, dass die Nato ihren Abzugsplan für Afghanistan einhält.

Der neue französische Staatschef Francois Hollande hatte vor dem NATO-Gipfel sein Wahlkampfversprechen bekräftigt, die 3.300 Soldaten schon in diesem Jahr zurückzuholen, und damit zwei Jahre vor dem Auslaufen des ISAF-Einsatzes. Er bot zugleich an, auf „anderem Wege am Hindukusch weiter auszuhelfen.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen gab trotz der französischen Ankündigung Entwarnung: „Es gibt keinen Sturm Richtung Ausgang“, sagte er am Sonntag unmittelbar vor Beginn des Nato-Gipfeltreffens. „Wir bleiben unserem Einsatz in Afghanistan verpflichtet, unserem Ziel, unserer Strategie. Und der Zeitplan bleibt unverändert.“

Rasmussen ergänzte: „Ich bin nicht überrascht, dass der neu gewählte Präsident Hollande sein Wahlversprechen halten will.“ Regel Nummer Eins für einen Politiker sei es, die Versprechen zu halten.

Rasmussen begrüßte Hollandes Ankündigung, Afghanistan künftig „in anderer Weise“ zu helfen. Der Übergang von einer Kampf- zu einer Unterstützungsrolle werde „in koordinierter Weise und auf der Grundlage von Konsultationen innerhalb der Allianz“ erfolgen. „Und deswegen bin ich zuversichtlich, dass wir die Solidarität in unserer (Afghanistan-) Koalition erhalten können.“

Der Kommandeur der NATO-geführten ISAF-Truppe in Afghanistan, John Allen, erwartet jedoch durch einen Abzug der französischen Kampftruppen bis Jahresende keine „Verschlechterung der Sicherheitslage im Land. Dies sagte Allen am Rande des NATO-Gipfels vor Journalisten.

Kommentare (3)

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Arminius

21.05.2012, 07:25 Uhr

Soll ich das so verstehen dass der François Hollande die Entscheidung, ohne vorher die Möchtegern Europachefin Merkel, getroffen hat? Unerhört so was.
Der Sarko muss wieder her, er hat immer gekuschelt!

Account gelöscht!

21.05.2012, 07:47 Uhr

Volle Zustimmung!!

Account gelöscht!

22.05.2012, 05:38 Uhr

Schrecklich, dieser Hollande.

Erst kürzt er sich und den seinen das Gehalt um 30% und dann fängt er auch noch damit an, Wahlversprechen einzulösen ...

Wo soll das alles bloß enden?

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