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01.02.2016

15:52 Uhr

Afghanistan

Anschlag in Kabul während De-Maizière-Besuch

Ein blutiger Selbstmordanschlag erschüttert Afghanistans Hauptstadt, während Bundesinnenminister Thomas de Maizière gerade in der Stadt weilt. Dabei kommen zehn Menschen ums Leben.

In Kabul sind bei einem Selbstmordanschlag an einer stark befahrenen Straße 10 Menschen gestorben. AFP

Afghanische Sicherheitskräfte am Anschlagsort

In Kabul sind bei einem Selbstmordanschlag an einer stark befahrenen Straße 10 Menschen gestorben.

KabulWährend des Besuchs von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sind bei einem Selbstmordanschlag der Taliban in der afghanischen Hauptstadt Kabul zehn Menschen ums Leben gekommen. Unter ihnen seien zwei Polizisten sowie der Attentäter, sagte der Sprecher der Kabuler Polizei, Basir Mudschahid am Montag. Zwölf Menschen seien verletzt worden, darunter eine Frau. Der stellvertretende afghanische Innenminister Ajub Salangi hatte zuvor von 20 Verletzten gesprochen.

De Maizière war zum Zeitpunkt des Anschlags mehrere Kilometer entfernt in der Deutschen Botschaft zu Gast. Bei seinem Besuch geht es vor allem um dem Zustrom afghanischer Flüchtlinge nach Europa und Möglichkeiten, wie dieser reduziert werden kann. Afghanen ohne Schutzperspektive in Deutschland sollen nach dem Willen des Ministers möglichst freiwillig in ihre Heimat zurückkehren.

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An allen Fronten versucht die Bundesregierung, die Zahl der Flüchtlings zu drücken. Das ist auch das Anliegen von Innenminister de Maizière in Kabul. Denn die Zahl der Afghanen unter den Flüchtlingen ist enorm gestiegen.

Zu dem Anschlag sagte de Maizière nach einem Treffen mit seinem afghanischen Amtskollegen Nurulhak Ulumi, natürlich sei die Sicherheitslage in Afghanistan kompliziert. Sie sei aber regional sehr unterschiedlich. Ulumi habe ihm berichtet, dass viele Angriffe verhindert würden. „Wir haben auch Anschläge anderswo in der Welt“, betonte de Maizière. „Der internationale Terrorismus bedroht nicht nur Afghanistan, sondern uns alle.“ Man dürfe seine Politik nicht danach ausrichten.

Afghanistan sei ein großes Land. „Dort gibt es unsichere und sichere Gebiete“, fügte de Maizière hinzu. Eventuell könnten zurückkehrende Flüchtlinge vor Ort auch ein Startguthaben bekommen, um sich wieder ein Leben aufzubauen. Am Morgen hatte er gesagt, es könne nicht sein, dass die afghanische Bevölkerung und gerade junge Leute ihr Land verließen, um in Deutschland eine wirtschaftlich bessere Zukunft zu suchen.

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Der Anschlag geschah am frühen Nachmittag (Ortszeit) an einer stark befahrenen Verkehrsader im Westen der Stadt. Nach Angaben des Innenministeriums sprengte sich der Selbstmordattentäter am Tor eines Lagers der Nationalen Polizei für Öffentliche Ordnung in die Luft. Er sei zu Fuß unterwegs gewesen. Gegenüber liegt der Zoo der Stadt.

Von

dpa

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