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26.02.2014

18:36 Uhr

Afghanistan

Auch die Nato droht mit Komplettabzug

Noch sind 53000 ausländische Soldaten in Afghanistan – doch sollte bis Jahresende kein Abkommen mit der Regierung geschlossen sein, könnten sie alle abziehen. Die USA und die Nato verschärfen ihre Drohungen.

Ein Bundeswehrsoldat mit dem Abzeichen der Nato Mission ISAF in Afghanistan: An der geplanten Ausbildungsmission im Anschluss an den Kampfeinsatz sollen sich zwischen 8000 und 12 000 Mann beteiligen, bis zu 800 davon aus Deutschland. dpa

Ein Bundeswehrsoldat mit dem Abzeichen der Nato Mission ISAF in Afghanistan: An der geplanten Ausbildungsmission im Anschluss an den Kampfeinsatz sollen sich zwischen 8000 und 12 000 Mann beteiligen, bis zu 800 davon aus Deutschland.

Washington/BrüsselDie Nato hat die jüngste Drohung von US-Präsident Barack Obama mit einem vollständigen Truppenabzug aus Afghanistan unterstützt. Die Immunität der Nato-Soldaten vor afghanischer Strafverfolgung sei Bedingung für den Verbleib am Hindukusch, sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Mittwoch zum Auftakt eines Verteidigungsministertreffens in Brüssel. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ergänzte: „Die afghanische Regierung muss uns einladen, wir müssen willkommen sein.“

Die Nato will ihren Kampfeinsatz in Afghanistan Ende 2014 auslaufen lassen. An der geplanten Ausbildungsmission im Anschluss sollen sich zwischen 8000 und 12 000 Mann beteiligen, bis zu 800 davon aus Deutschland. Derzeit sind noch 53 000 ausländische Soldaten in Afghanistan, darunter rund 2900 Deutsche. „Wenn wir keinen rechtlichen Rahmen haben werden, dann werden wir alles bis zum Ende des Jahres abziehen müssen“, sagte Rasmussen.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai will das Abkommen zur Gewährleistung der Rechtssicherheit für ausländische Soldaten erst von seinem Nachfolger nach der Präsidentenwahl am 5. April unterzeichnen lassen. Den USA war das bislang nicht schnell genug. Obama rückte von dieser Position aber am Dienstag in einem Telefonat mit Karsai ab und will den Afghanen nun mehr Zeit geben. Gleichzeitig lässt er aber den Totalabzug vom Pentagon vorbereiten.

Der afghanische Präsident ließ sich von der Drohung zunächst nicht beeindrucken. Er hielt an seinen Bedingungen für die Unterzeichnung des Abkommens fest. Voraussetzung sei der Beginn eines Friedensprozesses mit den Taliban, teilte Karsais Büro mit.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Notar

26.02.2014, 18:55 Uhr

Zitat : Auch die Nato droht mit Komplettabzug

- wen juckt's....?

Karsai hat seine Milliarden in der Schweiz.....der zieht bald auch ab !

Account gelöscht!

27.02.2014, 09:44 Uhr

Es ist nichts anderes als der Beweis dafür, dass die ausländischen Truppen nie einen afghanischen Kampfauftrag hatten und sie lediglich einen Beitrag leisteten das eigene Volk zu drangsalieren.

Erinnern wir uns, dass auch unsere Soldaten unter dem fadenscheinigen Slogan "Kampf dem Terror" vom Bundestag in den Krieg geschickt wurden und nun zahlreiche junge Familien ihren Papa verloren haben.

Ob unsere Politiker ob dieser fragwürdigen Entscheidung nachts noch schlafen können?

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