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08.09.2013

17:19 Uhr

Afghanistan

Bundeswehr befiehlt Luftangriff auf Aufständische

Nach Gefechten der afghanischen Armee mit den Taliban hat die Bundeswehr Luftangriffe angeordnet. Bei dem Einsatz eines amerikanischen Kampfjets sollen drei Aufständische getötet worden sein.

Bundeswehrsoldaten am Stadtrand von Kundus. dpa

Bundeswehrsoldaten am Stadtrand von Kundus.

Berlin/KundusErstmals seit mehr als zwei Jahren sind in Nordafghanistan auf Befehl der Bundeswehr Aufständische von einem Kampfjet bombardiert worden. Der Einsatz einer US-Maschine vom Typ A-10 erfolgte am Samstagnachmittag (Ortszeit) nach einem Angriff auf einen Außenposten der afghanischen Streitkräfte bei Isa Khel in der Nähe des deutschen Feldlagers von Kundus. Nach ersten Untersuchungen seien durch den Abwurf einer Bombe keine Zivilisten getötet worden, teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr am Sonntag mit. Die afghanischen Streitkräfte vermuteten drei getötete Aufständische. Dies sei aber von der internationalen Schutztruppe Isaf noch nicht bestätigt worden.

Die Unterstützung aus der Luft war von den afghanischen Streitkräften angefordert worden, nachdem sie sich in einem stundenlangen Gefecht nicht gegen die Taliban durchsetzen konnten. Vor dem Bombardement habe der Kampfjet das Gebiet zweimal zur Warnung überflogen, aber keine Wirkung erzielt, hieß es aus dem Einsatzführungskommando. Bei dem Einsatz seien alle Regeln und Vorschriften der internationalen Schutztruppe Isaf eingehalten worden.

Der lokale Polizeichef Ghulam Mohayyuddin sprach von einem dreieinhalbstündigen Gefecht. Angesichts einer großen Zahl von Angreifern hätten Polizei und die afghanische Armee Verstärkung geschickt. Zur Frage der Opfer machte der Polizeichef andere Angaben als die afghanischen Streitkräfte. Er berichtete, vier Aufständische und ein Polizist seien getötet worden. Bei dem Luftangriff selbst hat es nach seinen Angaben keine Opfer gegeben.

Im nordafghanischen Zuständigkeitsgebiet der Bundeswehr ist der Waffeneinsatz aus der Luft gegen die Taliban äußerst selten. Laut Einsatzführungskommando schoss zuletzt im Februar 2011 ein von deutscher Seite angeforderter US-Flieger mit seiner Bordkanone auf Aufständische. Am 4. September 2009 bombardierte die US-Luftwaffe auf Befehl des deutschen Oberst Georg Klein zwei Tanklaster, die auf einer Sandbank des Kundus-Flusses festgefahren waren. Klein ging davon aus, dass die Transporter als fahrende Bomben gegen die Bundeswehr genutzt werden könnten. Bei dem Bombardement kamen mindestens 91 Menschen ums Leben, darunter viele Zivilisten.


Von

dpa

Kommentare (11)

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observer

08.09.2013, 17:54 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

08.09.2013, 18:12 Uhr

"Angesichts einer großen Zahl von Angreifern hätten Polizei und die afghanische Armee Verstärkung geschickt. Zur Frage der Opfer machte der Polizeichef andere Angaben als die afghanischen Streitkräfte. Er berichtete, vier Aufständische und ein Polizist seien getötet worden. -> Bei dem Luftangriff selbst hat es nach seinen Angaben keine Opfer gegeben. <-"
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Muß ich jetzt nicht verstehen oder? Wozu dann der Luftangriff und das auch noch nach zweimaligem Überflug, damit alle schön Deckung suchen können? Ich bin kein Militärexperte, aber das ergibt für mich einfach keinen Sinn. Die Bombe hätte man sich dann gleich sparen können.
Als der laut Bericht offensichtlich recht massive Angriff begann, hätte man sofort ohne Warnung einen Satz AGM-114N-(MAC)-Thermobaric Hellfire oder vergleichbares hineinfeuern sollen, und der Spuk wäre vorbei gewesen, weil gegen thermobare Waffen keinerlei Deckung hilft. Der Polizist wäre dann vielleicht noch am Leben und es gäbe etliche Taliban weniger!
Da drüben findet ein sehr häßlicher, asymmetrischer Krieg statt, kein Haschmisch nach Spielregeln.
Das schlimme ist, daß unsere Soldaten, wenn sie denn wirklich mal durchgreifen wie seinerzeit Oberst Klein, hierzulande als Mörder beschimpft und vor Gericht gezerrt werden.
So geht das nicht. Unser Staat hat hinter unseren Soldaten zu stehen (nachgewiesene Kriegsverbrechen ausgenommen). Wenn man das nicht will, weil man lieber hier zuhause im bequemen Sessel sitzend den Gutmenschen gibt, dann hätte man die Bundeswehr besser zuhause gehalten. Krieg ist ein dreckiges, häßliches Geschäft und keiner, auch unsere lieben Politiker im heimischen Büro nicht, sollte sich einbilden, daß die Hände dabei sauber bleiben.

Just my 2 Cents

Account gelöscht!

08.09.2013, 18:14 Uhr

Also diese Dummerchen in Afghanistan! Die haben offenbar noch nicht verstanden, daß die Al-Kaida / Taliban inzwischen unsere Freunde sind!

Man sollte sie mal über Syrien aufklären. Dort schickt sich die Obama-Regierung an den Einsatz der US-Airforce und Navy zur Luftwaffe der Al-Kaida einzusetzen.

Also noch einmal: klärt die Leute in Afghanistan endlich auf, daß die US-Armee und wir als ihre treuen Vasallen die Terroristen inzwischen UNTERSTÜTZEN und nicht mehr bekämpfen.

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