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02.12.2015

14:40 Uhr

Afghanistan

Bundeswehr wird Einsatz fortführen und ausweiten

Die Sicherheitslage in Afghanistan ist weiterhin schwierig. Die Nato-Außenminister haben deshalb beschlossen, den Einsatz 2016 nahezu unverändert fortzuführen. Deutschland weitet sein Engagement wieder aus.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen spricht im Camp Marmal in Masar-i-Scharif mit in Afghanistan stationierten Soldaten. dpa

Besuch aus Berlin

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen spricht im Camp Marmal in Masar-i-Scharif mit in Afghanistan stationierten Soldaten.

BerlinAngesichts der angespannten Sicherheitslage in Afghanistan will Deutschland auch in den kommenden Jahren Soldaten in dem Land einsetzen. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani am Mittwoch in Berlin. Die deutschen Versprechen gingen über das Jahr 2016 hinaus, sagte Merkel. Die Sicherheitslage sei leider schwierig.

Die Nato-Außenminister hatten am Dienstag beschlossen, den Einsatz 2016 nahezu unverändert fortzuführen. Rund 12.000 Soldaten werden damit die afghanischen Sicherheitskräfte beraten und ausbilden. Deutschland weitet sein Engagement wieder aus und will sich mit bis zu 980 Bundeswehrsoldaten beteiligen.

Der Afghanistan-Einsatz im Wandel

Intervention

Als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 intervenierte eine von den USA geführte Koalition in Afghanistan, um das Regime der radikalislamischen Taliban zu stürzen und die für die Anschläge verantwortliche Terrororganisation Al-Kaida zu bekämpfen.

Stabilisierung

Nach dem Sturz der Taliban stationierte die Nato von Dezember 2001 an die „International Security Assistance Force“ (Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe, Isaf) in Afghanistan. Ihre ursprüngliche Aufgabe: Stabilisierung des Landes. Deutschland beteiligte sich an der Mission mit bis zu 5350 Soldaten.

Krieg

Im Laufe der Jahre nahmen die Angriffe der Taliban auf die afghanische Regierung und die internationalen Truppen kontinuierlich zu. Die Isaf-Truppe wurde auf bis 130 000 Soldaten aufgestockt und ging dazu über, die Taliban offensiv zu bekämpfen. In Deutschland war trotzdem noch lange von einem „Stabilisierungseinsatz“ die Rede. 2010 war der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) der erste deutsche Politiker, der von Krieg sprach.

Ausbildung

Zum Jahreswechsel soll der Isaf-Einsatz beendet und durch die Mission „Resolute Support“ (Entschlossene Unterstützung) mit etwa 13 000 Soldaten ersetzt werden. Der neue Auftrag lautet „Ausbildung, Beratung, Unterstützung“. Trotzdem kann die Truppe weiterhin in Gefechte verwickelt und Ziel von Anschlägen werden.

Ghani dankte Deutschland für seinen Einsatz zur Stabilisierung des Landes. Natürlich gehe es nicht darum, dass sich deutsche Soldaten direkt an Kämpfen beteiligen sollten. Dazu sei die afghanische Armee inzwischen selbst in der Lage.

Von

dpa

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