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05.09.2011

19:33 Uhr

Afghanistan

Deutsche Entwicklungshelfer wurden erschossen

Die beiden in Afghanistan gefunden deutschen Entwicklungshelfer sind erschossen worden. Über die Identität der Leichen und den Zeitpunkt der Tötung gibt es allerdings noch keine verlässliche Aussage.

Die beiden Deutschen wurden nördlich von Kabul gefunden. dapd

Die beiden Deutschen wurden nördlich von Kabul gefunden.

Berlin, KabulDie seit fast drei Wochen in Afghanistan vermissten deutschen Entwicklungshelfer sind erschossen worden. Am Montag entdeckte ein Bergungstrupp die Leichen in der Provinz Parwan. Polizeichef General Scher Ahmad Maladani sagte, beide Leichen wiesen mehrere Schusswunden an der Brust auf. Wann sie getötet worden seien, sei noch unklar.

Außenminister Guido Westerwelle bestätigte in Berlin den Leichenfund, machte zur Identität der beiden Toten jedoch keine Angaben. Die Identifizierung sei noch nicht abgeschlossen, sagte der FDP-Politiker. Bis dahin könne es keine verlässliche Aussage über die Identität der Toten geben. Der Minister fügte hinzu, der Krisenstab des Auswärtigen Amtes und die Botschaft seien mit Hochdruck um Aufklärung bemüht.

Die beiden Deutschen, die eine Bergwanderung im Hindukusch machen wollten, galten seit fast drei Wochen als vermisst. Den afghanischen Behörden zufolge wurden die Leichen an einem abgelegenen Ort etwa vier Kilometer vom Salang-Pass entfernt in Kleidersäcken unter einem Fels entdeckt.

Die Bergung der Leichen gestaltete sich nach Angaben Maladanis schwierig. Er habe das afghanische Innenministerium und auch die Bundeswehr um Unterstützung mit Hubschraubern gebeten, sagte er. Laut Polizei mussten die Bemühungen wegen der Dunkelheit am Abend abgebrochen und sollten am Dienstag fortgesetzt werden.

Die Region, in der die beiden Deutschen vermisst wurden, wird nicht von der Taliban kontrolliert. Die örtliche Polizei hatte deshalb spekuliert, dass die Männer sich verirrt haben oder Opfer eines Verbrechens geworden sein könnten. Am Tag der Wanderung, dem 19. August, hatten sie einem wartenden Fahrer versprochen, um 16 Uhr wiederzukommen. Als sie zwei Stunden später nicht erschienen waren, hatte dieser die Polizei informiert. Seitdem war nach den Deutschen gesucht worden.

Der Salang-Pass ist eine wichtige Route durch den Hindukusch, die die afghanische Hauptstadt Kabul mit dem Norden des Landes verbindet. Die Gegend ist hauptsächlich von Wanderschäfern bevölkert, die in Zelten leben. Wer die Leichen entdeckt hat, war zunächst unklar. Das Rettungsteam habe vier Stunden zu Fuß gebraucht, um von der Hauptstraße zum Tatort zu gelangen, erklärten die Behörden.

Im Süden und Westen Afghanistans kamen derweil acht Menschen bei zwei Bombenanschlägen ums Leben. Fünf Zivilisten seien am Montag in der westlichen Provinz Farjab bei der Detonation einer am Straßenrand versteckten Bombe getötet worden, teilte das afghanische Innenministerium mit. Am späten Sonntagabend hatte sich ein Selbstmordattentäter in der Stadt Kandahar in die Luft gesprengt und dabei drei Angehörige eines privaten Sicherheitsdienstes mit in den Tod gerissen. Weitere 20 Menschen wurden den Angaben zufolge bei dem Anschlag verletzt.

Von

dapd

Kommentare (1)

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Pendler

05.09.2011, 19:54 Uhr

Wer sich freiwillig in Gefahr bringt, wird darin umkommen. Ist schon geil, was man gerade alles unternimmt, nur um die Aufmerksamkeit vom €-Chaos abzulenken.

In Stuttgart sind am We 2 Menschen bei einem Unfall umgekommen. auf welcher Seite hier im Handelsblatt steht der Artikel?

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