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17.01.2010

14:56 Uhr

Afghanistan

Deutsche Soldaten erschießen Afghanen

Bundeswehr-Soldaten haben in der nordafghanischen Stadt Kundus einen Afghanen erschossen. Der Polizeichef der Provinz sagte, ein Wagen sei in hoher Geschwindigkeit auf Bundeswehr-Fahrzeuge zugefahren und habe trotz Warnsignalen nicht angehalten. Daraufhin hätten Soldaten das Feuer auf den Wagen eröffnet.

Deutsche ISAF Soldaten in ihrem Camp in Feysabad, oestlich von Kundus. ap

Deutsche ISAF Soldaten in ihrem Camp in Feysabad, oestlich von Kundus.

HB KUNDUS. Bundeswehr-Soldaten haben am Sonntag in der nordafghanischen Stadt Kundus nach Polizeiangaben einen Afghanen erschossen. Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam hat dies bestätigt. Es gebe noch keine Informationen darüber, ob der Afghane ein Aufständischer gewesen sei, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Nach Angaben der Polizei in Kundus wurde ein weiterer afghanischer Zivilist verletzt.

Der Polizeichef der Provinz Kundus, Mohammad Rasak Jakubi, sagte, der Wagen mit den Männern sei in hoher Geschwindigkeit auf Bundeswehr-Fahrzeuge zugefahren und habe trotz aller Warnsignale der Soldaten nicht angehalten. Die Soldaten hätten daraufhin das Feuer eröffnet. Die Bundeswehr bestätigte den Vorfall. Bundeswehr-Sprecher Jürgen Mertins sagte, die afghanische Polizei ermittele, ob es sich um Aufständische gehandelt habe.

Mertins sagte, die Soldaten hätten eine Warnung über einen geplanten Selbstmordanschlag erhalten und einen Checkpoint errichtet.

Daraufhin habe sich eine Autoschlange gebildet, aus der ein Wagen ausgeschert und mit hoher Geschwindigkeit auf die Truppen zugefahren sei. Trotz Handzeichen und Warnschüssen habe der Fahrer nicht angehalten. Daraufhin hätten Soldaten das Feuer auf den Wagen eröffnet. Zwei Insassen seien verletzt worden, von denen einer nach Auskunft des zivilen Krankenhauses in Kundus später gestorben sei.

Kommentare (2)

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A.Huber

17.01.2010, 22:49 Uhr

Das Foto von den nördlich stationierten deutschen Soldaten in Kundus sagt alles. Der Minister Herr Koch sollte lieber selbst sich ein bild der Lage dort machen, anstatt Hartz iV Empfänger dort hin zu senden. Menschenrechte haben immer noch Vorrang vor Versuchskaninchen.

rainer repke

18.01.2010, 09:19 Uhr

ich haette auch geschossen.

Euer
Rainer

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