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28.04.2015

10:17 Uhr

Afghanistan

Dutzende Taliban-Kämpfer in Kundus getötet

Am ehemaligen Bundeswehr-Stützpunkt in Kundus gibt es schwere Gefechte zwischen Sicherheitskräften und den Taliban. In der Nacht zu Dienstag sind offenbar 28 Aufständische getötet worden, darunter ein Kommandeur.

Im nordafghanischen Kundus gibt es immer wieder Anschläge und Kämpfe mit den Taliban. dpa

Kundus

Im nordafghanischen Kundus gibt es immer wieder Anschläge und Kämpfe mit den Taliban.

KabulDie schweren Gefechte zwischen Taliban-Kämpfern und Sicherheitskräften am ehemaligen Bundeswehr-Standort Kundus in Nordafghanistan dauern an. Im umkämpften Distrikt Imam Sahib nördlich von Kundus-Stadt seien in der Nacht zu Dienstag 28 Aufständische getötet worden, teilte das Innenministerium in Kabul mit. Unter den Toten sei ein wichtiger Kommandeur.

Distriktgouverneur Inamuddin Koraischi sagte, Hunderte Taliban-Kämpfer hätten Sonntagnacht die Distrikthauptstadt Imam Sahib eingekesselt. Inzwischen seien die Sicherheitskräfte verstärkt worden. Der Polizeisprecher der Provinz Kundus, Sajed Sarwar Hossaini, sagte: „Die Sicherheitskräfte werden von Armeehubschraubern unterstützt und sind jetzt in der Offensive.“ Angaben zu Opfern unter Soldaten und Polizisten lagen nicht vor.

Der Afghanistan-Einsatz im Wandel

Intervention

Als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 intervenierte eine von den USA geführte Koalition in Afghanistan, um das Regime der radikalislamischen Taliban zu stürzen und die für die Anschläge verantwortliche Terrororganisation Al-Kaida zu bekämpfen.

Stabilisierung

Nach dem Sturz der Taliban stationierte die Nato von Dezember 2001 an die „International Security Assistance Force“ (Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe, Isaf) in Afghanistan. Ihre ursprüngliche Aufgabe: Stabilisierung des Landes. Deutschland beteiligte sich an der Mission mit bis zu 5350 Soldaten.

Krieg

Im Laufe der Jahre nahmen die Angriffe der Taliban auf die afghanische Regierung und die internationalen Truppen kontinuierlich zu. Die Isaf-Truppe wurde auf bis 130 000 Soldaten aufgestockt und ging dazu über, die Taliban offensiv zu bekämpfen. In Deutschland war trotzdem noch lange von einem „Stabilisierungseinsatz“ die Rede. 2010 war der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) der erste deutsche Politiker, der von Krieg sprach.

Ausbildung

Zum Jahreswechsel soll der Isaf-Einsatz beendet und durch die Mission „Resolute Support“ (Entschlossene Unterstützung) mit etwa 13 000 Soldaten ersetzt werden. Der neue Auftrag lautet „Ausbildung, Beratung, Unterstützung“. Trotzdem kann die Truppe weiterhin in Gefechte verwickelt und Ziel von Anschlägen werden.

Im westlich von Imam Sahib gelegenen Distrikt Kala-i-Sal wurden weitere 15 Taliban-Kämpfer und drei Angehörige der Sicherheitskräfte getötet, wie Distriktgouverneur Habibullah Mohtascham am Dienstag sagte. Augenzeugen berichteten, in der ganzen Provinz komme es zu sporadischen Gefechten.

Die Taliban hatten am vergangenen Freitag ihre Frühjahrsoffensive begonnen. Die Bundeswehr war im Herbst 2013 aus der Provinz Kundus abgezogen.

Von

dpa

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