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17.03.2012

04:19 Uhr

Afghanistan-Einsatz

Kujat hätte nichts gegen früheren Abzug der Bundeswehr

Im Zusammenhang mit Afghanistan gerieten zuletzt US-Soldaten in die Schlagzeilen, doch auch die Bundeswehr ist am dortigen Einsatz beteiligt. Der ehemalige Generalinspekteur Harald Kujat hält den Einsatz für gescheitert.

ISAF-Soldaten der Bundeswehr bei Baglan (Afghanistan). dapd

ISAF-Soldaten der Bundeswehr bei Baglan (Afghanistan).

HalleDer ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hält den Afghanistan-Einsatz für gescheitert. Der Verlauf des Einsatzes sei „eine ziemlich tragische Geschichte“, sagte er der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Samstag). Gemessen an den Zielen, die der Westen sich gesteckt habe, sei er gescheitert.

Zugleich hält der General a. D. einen früheren Abzug der Bundeswehr für möglich. „Wir haben genug Opfer gebracht und genug geleistet“, sagte er. „Und wenn man nicht willkommen ist, dann geht man irgendwann. Ich habe nichts gegen einen früheren Abzug“, sagte Kujat. Ohnehin könne man 20-jährigen Soldaten nicht zumuten, nur deshalb in Afghanistan zu bleiben, weil mit dem Jahr 2014 ein fiktives Datum eingehalten werden solle.

Die Bundesregierung hatte zugesichert, den verabredeten Zeitplan für einen Abzug aus Afghanistan mit dem Zieldatum 2014 strikt einzuhalten. Es gelte, was international und auch mit der afghanischen Seite verabredet worden sei, unterstrich Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin.

Nach dem Unmut in Afghanistan über die Verbrennung von Koranschriften durch amerikanische Militärs und den Amoklauf des US-Soldaten hatte der afghanische Präsident Hamid Karsai einen Abzug der internationalen Truppen schon vor 2014 ins Gespräch gebracht.

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Nahezu zeitgleich sagten die Taliban ihre Friedensgespräche mit den USA ab.

Über den Abzug entscheide jedoch nicht Karsai, so Kujat. Ausschlaggebend seien die militärischen Notwendigkeiten und die Risiko-Minimierung für die Truppe, meinte der 70-Jährige.

Von

dpa

Kommentare (2)

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looser

17.03.2012, 06:35 Uhr

" WIR "

welches opfer hat denn herr KUJAT gebracht.

diese dumme,blinde,den amis sklavisch ergebene,sich wirtschaftsinteressen jederzeit unterordnende führungsschicht unseres gemeinwesens,die vorgab unsere interessen und unsere freiheit am hindukusch zu verteidigen ist doch nur peinlich.

MisterP

17.03.2012, 09:32 Uhr

Endlich sagt mal einer, dass der Einsatz sinnlos ist!

Vielleicht wachen unsere korrupten, unterwürfigen Politiker auf!

Danke Herr Kujat für die Feststellung. Sie waren mir als Soldat schon sympatisch.

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