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17.06.2011

22:41 Uhr

Afghanistan-Hilfen

IWF friert Hilfszahlungen ein

Nach dem drohenden Kollaps der größten afghanischen Privatbank hält der IWF vorerst seine Hilfszahlungen an das Land zurück. Die Kabul-Bank war wegen undurchsichtiger Kreditvergaben unter Druck geraten.

Die Kabul-Bank befindet sich inzwischen unter der Kontrolle der afghanischen Zentralbank. Quelle: dapd

Die Kabul-Bank befindet sich inzwischen unter der Kontrolle der afghanischen Zentralbank.

KabulDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat Afghanistan-Hilfen in Höhe von 70 Millionen Dollar (50 Millionen Euro) nach dem Beinahe-Kollaps der größten Privatbank des Landes gestoppt. Ein Regierungsberater am Freitag sagte, dies sei ein Problem für die Regierung und für das Land, der Schritt aber erwartet worden.

In einer Erklärung vom IWF hieß es, es gebe noch wichtige Punkte, die angegangen werden müssten. Wie schnell die Gelder freigegeben würden, hänge von den Behörden ab. Die Kabul-Bank verwaltet die Gehälter für Regierungsangestellte, Soldaten und die Polizei in Afghanistan.

Nach Vorwürfen des Missmanagements, der Vetternwirtschaft und fragwürdiger Kreditvergabepraktiken wurde das größte Kreditinstitut Afghanistans der Kontrolle der afghanischen Zentralbank unterstellt.

Die Krise bei der Kabul-Bank begann im vergangenen Jahr, als bekannt wurde, dass Millionen Dollar an fragwürdigen Krediten an Anteilseigner vergeben wurden, darunter den Bruder des Präsidenten Hamid Karsai. Einige nutzten die Darlehen, um Luxus-Anwesen in Dubai zu bauen oder in riskante Prestigeprojekte wie eine Fluglinie und Einkaufszentren in Kabul zu investieren.

Von

dapd

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