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21.11.2016

16:27 Uhr

Afghanistan

IS bekennt sich zu Moschee-Anschlag

Bei einem Selbstmordanschlag in Kabul sind zahlreiche Menschen gestorben. Die Detonation ereignete sich in einer schiitischen Moschee während einer Zeremonie. Inzwischen hat sich der IS zu dem Anschlag bekannt.

Selbstmordanschlag

Mindestens 27 Tote bei Anschlag auf Moschee in Kabul

Selbstmordanschlag: Mindestens 27 Tote bei Anschlag auf Moschee in Kabul

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KabulBei einem Selbstmordanschlag auf eine Schiitenmoschee in Kabul sind am Montag nach Angaben des afghanischen Innenministeriums mindestens 30 Menschen getötet und 40 weitere verletzt worden. Zu dem Anschlag bekannte sich die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die Schiiten als Abtrünnige ansieht.

Ein IS-Kämpfer habe die Moschee im Westen der Stadt angegriffen, erklärte das IS-Sprachrohr Amak am Montag über das Internet. Weitere Details wurden nicht genannt. Die Echtheit der Botschaft ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Zur Zahl der Opfer bei dem Anschlag in der Bakir-al-Olum-Moschee gab es zunächst unterschiedliche Angaben. So sprach das Kabuler Gesundheitsministerium von mindestens 85 Verletzten. Unter den Opfern sollen auch Kinder sein.

Wie das Innenministerium mitteilte, hatten sich schiitische Gläubige in der Moschee zum Gebet versammelt, als der Attentäter zuschlug. Ein Augenzeuge sagte, er habe überlebt, weil er zum Zeitpunkt der Explosion hinter einer Säule gesessen habe. Sein Bruder jedoch sei verletzt worden. „Die Moschee war voll. Ich habe geholfen, mindestens 30 Tote und Verletzte hinauszutragen.“

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani verurteilte den Anschlag als unverzeihlich. Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah sprach von einem Kriegsverbrechen. Auch die US-Botschaft in Kabul, die Nato-Ausbildungsmission Resolute Support sowie die UN-Unterstützungsmission (UNAMA) kritisierten die Tat.

Das Auswärtige Amt in Berlin reagierte mit Entsetzen und Solidarität auf den Anschlag. „Die Menschen in Afghanistan dürfen sich nicht entzweien lassen, auch nicht von solch schrecklichen Taten“, sagte eine Sprecherin am Montag. „Den Tätern darf es nicht gelingen, die afghanische Bevölkerung zu spalten und konfessionelle und ethnische Gruppen gegeneinander aufzuhetzen.“

Die radikal-islamischen Taliban hatten zuvor Verbindungen zu dem Anschlag zurückgewiesen. Bisher gab es in Afghanistan nur wenige Auseinandersetzungen zwischen den Sunniten und der schiitischen Minderheit. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) versucht jedoch wie schon im Irak und in Syrien zunehmend, Spannungen zwischen den Religionsgruppen zu schüren.

Von

dpa

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