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16.03.2012

20:25 Uhr

Afghanistan

Karsai hält Amoklauf für „vorsätzliche“ Aktion

Der afghanische Präsident Hamid Karsai vermutet hinter dem Amoklauf eines US-Soldaten vom Wochenende eine „vorsätzliche“ Aktion. Zudem forderte er eine Verurteilung des Amokläufers in Afghanistan.

Der afghanische Präsident Hamid Karzai vermutet hinter dem Amoklauf eines US-Soldaten eine „vorsätzliche“ Aktion. dpa

Der afghanische Präsident Hamid Karzai vermutet hinter dem Amoklauf eines US-Soldaten eine „vorsätzliche“ Aktion.

Berlin/Kabul/WashingtonAfghanistans Präsident Hamid Karsai vermutet hinter dem Amoklauf eines US-Soldaten vom Wochenende eine „wohlüberlegte und vorsätzliche“ Aktion. Daran sei nicht nur ein Soldat allein beteiligt gewesen, sagte Karsai am Freitag ohne nähere Erläuterung, wie der Lokalsender „Ariana TV“ berichtete. Karsai warf den USA eine schlechte Zusammenarbeit bei der Aufklärung der Bluttat vor, der 16 Zivilisten zum Opfer gefallen waren. Die Tat hatte für große Empörung im Land gesorgt.

In einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama zeigte sich Karsai zugleich einig über den Abzugstermin für die ausländischen Truppen aus Afghanistan, wie das Weiße Haus mitteilte. Nach den jüngsten Irritationen bekräftigten beide Politiker in einem Telefonat am Freitag den Termin 2014. Bis dahin solle die volle Verantwortung für die Sicherheit am Hindukusch in die Hände afghanischer Truppen gelegt werden. Beim Absturz eines türkischen Militärhubschraubers kamen in Kabul 14 Menschen ums Leben.

Die Bundesregierung sicherte zu, den verabredeten Zeitplan für einen Abzug aus Afghanistan mit dem Zieldatum 2014 strikt einzuhalten. Es gelte, was international und auch mit der afghanischen Seite verabredet worden sei, unterstrich Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Nach dem Unmut in Afghanistan über die Verbrennung von Koranschriften durch amerikanische Militärs und den Amoklauf des US-Soldaten hatte Karsai einen Abzug der internationalen Truppen schon vor 2014 ins Gespräch gebracht.

Beim Sturz des türkischen Hubschraubers in ein Wohnhaus wurden am Freitag in der afghanischen Hauptstadt zwölf türkische Soldaten und vier Zivilpersonen, darunter zwei afghanische Mädchen, getötet. Anzeichen dafür, dass der Helikopter von den Taliban abgeschossen worden sein könnte, gab es nach Erkenntnissen des türkischen Militärs und der Internationalen Schutztruppe Isaf nicht. Für die Türkei war es der schwerste Verlust seit Beginn des Einsatzes am Hindukusch.

Kommentare (2)

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allemeineentchen

16.03.2012, 11:47 Uhr

"... er ist einfach ausgrastet." - Und deshalb darf
man schnell mal 16 Menschen töten!

zarakthuul

16.03.2012, 11:56 Uhr

Da ist der Ärmste ja wohl nicht schuldfähig. Unbestätigten Berichten zufolge hatte er auch eine schwere Kindheit.

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