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10.12.2013

20:04 Uhr

Afghanistan

Karsai wirft USA „koloniale Ausbeutung“ vor

Afghanistan will sich nicht mehr von den USA diktieren lassen, wie es seine Sicherheit zu organisiert hat. Präsident Karsai sperrt sich gegen ein bilaterales Abkommen. Die USA drohen, so werde es keinen Frieden geben.

Er spricht von einer kolonialistischen Haltung der USA: Hamid Karsai zieht verbale Grenzlinien gegenüber dem bisherigen Verbündeten. dpa

Er spricht von einer kolonialistischen Haltung der USA: Hamid Karsai zieht verbale Grenzlinien gegenüber dem bisherigen Verbündeten.

ParisDer afghanische Präsident Hamid Karsai wehrt sich gegen Druck der USA, ein bilaterales Sicherheitsabkommen zu unterzeichnen. Die Regierung verhalte sich wie eine Kolonialmacht, sagte Karsai in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der französischen Zeitung „Le Monde“. Der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, James Dobbins, habe ihm jüngst in Kabul gesagt, dass es ohne das Abkommen keinen Frieden geben werde. Karsai sagte, man könne die USA daher so verstehen: „Wenn ihr die Vereinbarung nicht unterzeichnet, dann werden wir Kämpfe in eurem Land provozieren, dann werden wir für Unruhe sorgen.“

Ohne das Abkommen, das die Präsenz von US-Soldaten nach dem Ende des Kampfeinsatzes 2014 in Afghanistan regeln soll, wollen die USA ihre Soldaten komplett abziehen. Bislang ist vorgesehen, dass ab 2015 ein etwa 8.000 Soldaten starkes Kontingent im Land bleibt, um unter anderem bei Aufbau und Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte zu helfen.

Karsai hatte bereits den Pakt mit den USA in Zweifel gezogen und will ihn nur unterzeichnen, wenn neue Bedingungen erfüllt sind. Nun sagte der Präsident, was er in den vergangenen Tagen und in der Vergangenheit gehört habe, sei „klassische koloniale Ausbeutung“. Die Afghanen würden dem nicht zustimmen, sagte er. „Sie haben bereits gegen Kolonialherren gekämpft, sie werden das nicht akzeptieren.“

Die USA haben nach den Anschlägen vom 11. September 2001 Soldaten nach Afghanistan geschickt, um die Taliban-Herrschaft zu beenden. Diese haben Osama bin Laden und seine Al-Kaida unterstützt, die die Anschläge in New York und Washington verübten.

Von

rtr

Kommentare (2)

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pendler

10.12.2013, 20:33 Uhr

Oky, ich verstehe den Typen.

Dieser ganze Krieg ist doch nur, damit die NATO eine sichere Drogenquelle für ihre Mitgliedsstaaten hat.

Novaris

11.12.2013, 08:12 Uhr

Karsai sagte, man könne die USA daher so verstehen: „Wenn ihr die Vereinbarung nicht unterzeichnet, dann werden wir Kämpfe in eurem Land provozieren, dann werden wir für Unruhe sorgen.“
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Das sieht Herr Karsai völlig richtig.
Wo "Demokratie", "Menschenrechte", "Freiheit" und ----
Geschäfte bedroht sind, müssen die USA eingreifen.
Herr Karsai beginnt, dass Profil eines "Terroristen" zu zeichnen, der auf der Watch List eingetragen werden könnte.
Mandela war immerhin auch bis zum Jahre 2008 und seinem 90 Lebensjahr als "Terrorist" auf dieser Liste zu
finden !!

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