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05.12.2011

11:58 Uhr

Afghanistan-Konferenz

Langfristige Hilfen für Afghanistan zugesagt

Bundeskanzlerin Angela Merkel verspricht Afghanistan langfristige Hilfe über das Jahr 2014 hinaus. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mahnt an, die Afghanen müssten dazu die Isaf als „wirklichen Partner“ sehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai. dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai.

BonnBundeskanzlerin Angela Merkel hat Afghanistan langfristige Hilfe über den Abzug der internationalen Kampftruppen hinaus zugesichert. „Afghanistan kann sich auch nach 2014 auf die Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft verlassen“, sagte die Kanzlerin am Montag zur Eröffnung der internationalen Afghanistan-Konferenz in Bonn. Auch in Zukunft müssten die Sicherheitskräfte weiter ausgebildet werden, zudem müssten der zivile Aufbau und die Versöhnung mit den Taliban weitergehen, und das Land müsse sich wirtschaftlich entwickeln. Zugleich müssten Korruption und Drogenhandel bekämpft und die Situation der Menschen verbessert werden. Dabei könne die internationale Gemeinschaft helfen. Lösen müssten die Konflikte aber die Afghanen selbst.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte in seiner Ansprache wie Merkel eine Verstärkung des Kampfes gegen Korruption und Drogenhandel. Er mahnte die von der Nato geführten Isaf-Truppen, das Leben unschuldiger Zivilisten nicht zu gefährden. Gleichzeitig müsse das afghanische Volk die Isaf aber als „wirklichen Partner“ sehen.

In seiner Rede zum Konferenzbeginn sagte der afghanische Präsident Hamid Karsai, sein Land sei nach 2014 noch mindestens zehn weitere Jahre auf internationale Hilfe angewiesen. Er fügte aber hinzu: „Die Afghanen wollen die Großzügigkeit der internationalen Gemeinschaft nicht einen einzigen Tag länger als absolut notwendig in Anspruch nehmen.“

Ausdrücklich dankte die Kanzlerin den USA für das massive Engagement ihrer Sicherheitskräfte am Hindukusch. Die Konferenz in Bonn wird überschattet von den neuen Spannungen zwischen den USA und dem Iran und Pakistan - beides einflussreiche Nachbarstaaten Afghanistans. Der Iran hatte zuvor den Abschuss einer US-Drohne gemeldet, so dass eine militärische Eskalation des seit Jahrzehnten schwelenden Konflikts droht. Pakistan hat seine Konferenz-Teilnahme abgesagt, nachdem bei einem Nato-Angriff mindestens 24 pakistanische Soldaten umkamen.

Bei dem Bonner Treffen will die Staatengemeinschaft Afghanistan langfristige Hilfe beim Wiederaufbau und der Ausbildung der Sicherheitskräfte für die Zeit nach dem Truppenabzug zusagen. Der Westen zieht damit die Lehren aus der Zeit nach dem Abzug der Sowjetunion, als die Welt Afghanistan und dessen Sicherheitskräfte nicht weiter unterstützte und das Land daraufhin zunächst im Bürgerkrieg versank und dann unter die Herrschaft der Taliban fiel. Nach den Worten von Finanzminister Omar Sachilwal benötigt Afghanistan jährlich etwa sieben Milliarden Dollar aus dem Ausland, um Sicherheit und Entwicklung zu finanzieren. An der Konferenz im alten Bundestag in Bonn nehmen mehr als 50 Außenminister und rund 1000 Delegierte aus 85 Ländern teil.

Karsai zeigte sich zuversichtlich, dass die Bonner Konferenz langfristige Wirkung haben werde. „Heute in Bonn wird wieder Geschichte geschrieben.“ Vor zehn Jahren beriet auf dem Peterberg bei Bonn erstmals eine internationale Konferenz über das Schicksal Afghanistans nach der Taliban-Herrschaft.

Kommentare (4)

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peer

05.12.2011, 12:38 Uhr

Stimmt, aus Afganistan kommen 90% der Welt Opium Drogen dieser Welt.

Zahlen wir aber einen hohen Blutzoll, nur um an die Drogen zu kommen.

sterbende_demokratie

05.12.2011, 13:36 Uhr

Diese "Konferenz" ist eine Phrase, um nicht zu sagen ein Skandal!

Karsai "bastelt" gerade daran die Verfassung so "anzupassen " das er widerrechtlich auch noch eine dritte Amtszeit antreten kann und die Welt will diese Form von "legaler Dikta-tur" nun auch noch unterstützen.
unterstützen.

peer

05.12.2011, 13:56 Uhr

Karsai ist doch nur ein dreckiger Drogenbaron.

Naja, was macht man net alles, um an Drogen zu kommen

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