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03.11.2016

15:37 Uhr

Afghanistan

Mehr als 30 Zivilisten bei Kämpfen mit Taliban getötet

Zwei US-Soldaten und mehr als 30 Zivilisten sind bei Kämpfen mit den Taliban in der Provinz Kundus ums Leben gekommen. Trotz beendetem Nato-Einsatz sind noch immer Tausende Soldaten im Land.

Im Herbst 2015 überrannten die Taliban Kundus. Seitdem kommt es hier immer wieder zu Gefechten. dpa

Kundus bleibt ein gefährliches Terrain

Im Herbst 2015 überrannten die Taliban Kundus. Seitdem kommt es hier immer wieder zu Gefechten.

KabulBei einem mutmaßlichen Nato-Luftangriff auf radikalislamische Taliban in der nordafghanischen Provinz Kundus sind nach offiziellen Angaben 30 Zivilisten getötet worden. Das bestätigte am Donnerstagabend (Ortszeit) der Sprecher des Gouverneurspalastes, Saied Mahmud Danisch. Unter den Todesopfern seien auch Kinder und Frauen. 26 Menschen seien verwundet worden. In sozialen Medien kursierten Bilder getöteter Kinder.

General Charles Cleveland, der Sprecher der US-Streitkräfte sowie der Nato-Mission Resolute Support (RS) in Afghanistan, berichtete, dass afghanische Streitkräfte bei einem Einsatz unter Feuer geraten seien. Die Nato habe Luftschläge ausgeführt, um sie zu schützen. „Wir nehmen alle Beschuldigungen zu zivilen Opfern sehr ernst“, hieß es in der Erklärung weiter. Da dies eine afghanische Operation gewesen sei, werde die Nato mit ihrem Partner arbeiten, um den Vorfall zu untersuchen, bald aber für Fragen dorthin verweisen.

Ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums, Mohammed Radmanisch, sagte, dass auch afghanische Hubschrauber an dem Lufteinsatz beteiligt gewesen sein - „aber nur für den Nachschub und den Transport von Truppen“. Das Schießen habe die Nato übernommen. Alle zivilen Opfer gingen aber sicherlich auf das Konto der Taliban und nicht der Nato.

Afghanistan: Taliban töten 20 entführte Zivilisten

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In Afghanistan haben Taliban-Kämpfer mindestens 20 Menschen getötet. Erst einen Tag zuvor hatten die Aufständischen die Opfer in ihre Gewalt gebracht. Das Schicksal von 13 weiteren Entführten ist unklar.

Der lokale Journalist Adschmal Kakar sagte, Anwohner der betroffenen Gegend hätten versucht, einige der Leichen in die nahe Provinzhauptstadt zu bringen, seien aber daran gehindert worden. Medien berichteten von emotionalen Protesten.

Nach offiziellen Angaben sind bei dem Einsatz auch viele Talibankämpfer getötet worden, die Zahlen gehen aber auseinander. Provinzratsmitglied Fausia Jaftali sprach von 30 getöteten Kämpfern, Ministeriumssprecher Radmanisch von 14 toten Taliban, und Gouverneurssprecher Danisch von 26 getöteten Aufständischen. Einig sind sich die Quellen, dass unter ihnen der Operationsleiter der Taliban für Kundus war, Mullah Taki. Die Taliban hätten sich in Häusern von Zivilisten versteckt.

In der Nacht waren in Kundus auch zwei US-Soldaten getötet sowie zwei weitere verletzt worden. In einer Nato-Stellungnahme vom Morgen hieß es, die Männer seien Teil Mission Resolute Support gewesen, die afghanische Streitkräfte ausbildet, offiziell aber nicht mehr selber kämpft. Laut dem Sender Tolo TV starben auch zwei afghanische Spezialkräfte. Es blieb unklar, ob es sich um den Einsatz handelte, zu dessen Schutz die Luftangriffe ausgeführt wurden.

Nato-Luftangriffe werden üblicherweise von den US-Streitkräften durchgeführt. Die USA haben in Afghanistan in diesem Jahr um die 700 Luftangriffe auf Stellungen der Taliban sowie der Terrormiliz IS geflogen. Es gibt zunehmend Berichte über zivile Opfer.

Erst Ende September waren bei einem US-Drohnenangriff in der Ostprovinz Nangarhar mindestens 15 Zivilisten ums Leben gekommen. Die Vereinten Nationen hatten den Vorfall scharf verurteilt. Im Juni starben bei einem Luftangriff auf ein Talibangefängnis in Kundus nach lokalen Angaben mindestens sieben Zivilisten. Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ein US-Helikopter eine Klinik der Organisation Ärzte ohne Grenzen für eine Talibanstellung gehalten und fast eine Stunde lang beschossen. Mehr als 40 Menschen, darunter Ärzte und Patienten, starben.

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