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25.02.2017

12:10 Uhr

Afghanistan

Mindestens 13 Tote bei Angriffen von Extremisten

Erneute Angriffe von Extremisten auf Zivilisten und Sicherheitskräfte treffen Afghanistan schwer. Behörden zufolge wurden neben Mitgliedern der Lokalpolizei ALP auch Schüler getötet.

Bestürzende Szenerie in Afghanistan: Leider vielerorts Alltag für die Bevölkerung. AP

Kriegsschauplatz

Bestürzende Szenerie in Afghanistan: Leider vielerorts Alltag für die Bevölkerung.

Kabul Bei Angriffen der radikal-islamischen Taliban und der Terrormiliz IS sind nach Angaben der afghanischen Behörden mindestens 13 Menschen getötet worden. In der Provinz Dschausdschan wurden neun Mitglieder der Lokalpolizei ALP, ein Kommandeur und seine Frau bei einem Überfall getötet, wie ein Sprecher des Provinzgouverneurs am Samstag bestätigte.

Der Überfall ereignete sich demnach am Freitag, als die Polizisten eine Moschee im Dorf Sadar verließen. Die Frau wurde erschossen, als sie zum Anschlagsort eilte, sagte der Sprecher. Die Behörden machten den IS für die Tat verantwortlich, doch die Taliban bekannten sich ebenfalls zu dem Anschlag. Die Taliban hätten das Dorf eingenommen, schrieb Taliban-Sprecher Sabihulla Mudschahid auf Twitter.

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Mehr Binnenflüchtlinge

250.000 neue Binnenflüchtlinge erwartet die Uno für das Jahr 2016. Das ging aus dem vergangene Woche veröffentlichten neuen Humanitären Reaktions-Plan der Uno hervor. In 2015 waren 200.000 Menschen vor Gefechten und Angriffen aus ihren Dörfern geflohen – ein Anstieg von 64 Prozent verglichen mit 2014.

Weniger Helfer

Um 20 Prozent ist die Zahl der in der umkämpften Provinz Helmand tätigen humanitären Helfer 2015 geschrumpft, heißt es in dem Bericht weiter.

Eroberungen durch Taliban

23 Bezirkszentren eroberten die Taliban in 2015. Ein Großteil konnte zurückerobert werden.

Gebiete unter Taliban-Kontrolle

27 der 407 Bezirke stehen unter direkter Kontrolle der Taliban oder ihrem Einfluss. 88 weitere Bezirke drohen in ihre Hände zu fallen, schreibt der Spezialinspekteur des amerikanischen Senats für den Wiederaufbau in Afghanistan (Sigar) in einem Ende Januar veröffentlichten Bericht.

Mehr tote Polizisten

27 Prozent mehr tote und verletzte afghanischen Polizisten und Soldaten verzeichnet der am 15. Dezember veröffentlichte Bericht des amerikanischen Verteidigungsministeriums zur Sicherheit und Stabilität in Afghanistan für 2015 verglichen mit 2014 (bis November). Absolute Zahlen nennt das Papier nicht. Nach einem Bericht der Washington Post liegt die Gesamtzahl der in 2015 (bis November) getöteten Soldaten und Polizisten bei mehr als 7000.

Mehr schwere Angriffe

28 schwere („high profile“) Angriffe und Anschläge verzeichnet derselbe Pentagon-Report allein in der Hauptstadt Kabul zwischen Januar und Mitte November 2015 - ein Anstieg von fast 30 Prozent verglichen mit 2014. Ab Januar setzte sich die Serie mit mindestens sechs weiteren großen Anschlägen auf Regierung und Sicherheitskräfte, aber auch „weiche“ Ziele wie ein Hotel und ein Restaurant fort.

Einsatzkräfte

1 der 101 Infanterie-Einheiten im Land sei einsatzbereit, heißt es in einem „Spiegel“-Report vom Januar.

Sicherheitsrelevante Vorfälle

6601 „sicherheitsrelevante Vorfälle“ verzeichnete der Dezember-Bericht des Uno-Sicherheitsrats allein bis 31. Oktober. Das sei ein Anstieg von 19 Prozent verglichen mit 2014.

Ermordungen und Entführungen

447 gezielte Ermordungen und Entführungen von Zivilisten begangen von Extremisten verzeichnet derselbe Uno-Bericht bis 31. Oktober 2015. Das sei ein Anstieg von zwölf Prozent verglichen mit 2014.

Tote Zivilisten

4921 tote und verletzte Zivilisten zählten die Vereinten Nationen in ihrem Bericht zu Zivilopfern in Afghanistan allein in der ersten Hälfte von 2015 - ein neuer Rekord. Zwischen 1. August und 31. Oktober verzeichneten die Uno laut Uno-Sicherheitsratsbericht vom Dezember dann weitere 3693 zivile Tote und Verletzte (26 Prozent mehr als in 2014).

Die ALP sind von örtlichen Kriegsherren angeführte Dorfmilizen, die für den Kampf gegen die Taliban Geld und Ausrüstung erhalten. Der IS war bislang vor allem im Osten des Landes aktiv und verübte auch Anschläge in der Hauptstadt Kabul.

Im Osten Afghanistans wurden am Samstag mindestens zwei Schüler bei einem Angriff auf eine Schule getötet. Taliban-Kämpfer hatten nach Angaben des Büros des Provinzgouverneurs von Laghman am Samstagmorgen eine Rakete abgefeuert, die ein Klassenzimmer im Schulgebäude traf. Sieben weitere Schüler und ein Lehrer wurden demnach verletzt. Die Taliban äußerten sich bislang nicht zu dem Angriff.

Von

dpa

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