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20.09.2011

21:24 Uhr

Afghanistan

Mit Rabbani stirbt die vage Hoffnung auf Frieden

Der ermordete Ex-Präsident Rabbani sollte die Aussöhnung mit den Taliban erreichen. Mit ihm dürfte auch die ohnehin vage Hoffnung auf baldigen Frieden in Afghanistan gestorben sein.

Burhanuddin Rabbani sollte die Aussöhnung mit den Taliban vorantreiben. AFP

Burhanuddin Rabbani sollte die Aussöhnung mit den Taliban vorantreiben.

Neu Delhi/WashingtonAls deutlich wurde, dass die Taliban nicht militärisch besiegt werden können, schwenkten die Staatengemeinschaft und die afghanische Regierung um. Mit Unterstützung des Westens rief Präsident Hamid Karsai im vergangenen Jahr nach einer Ratsversammlung in Kabul den Hohen Friedensrat (HPC) ins Leben. Zum Vorsitzenden bestimmte er Burhanuddin Rabbani.

Der Ex-Präsident sollte die Aussöhnung mit den Taliban vorantreiben. Am Dienstag wurde Rabbani von einem Selbstmordattentäter getötet. Mit ihm dürfte auch die ohnehin vage Hoffnung auf baldigen Frieden gestorben sein.

Unklar blieb zunächst, wer für den Mord verantwortlich war. HPC-Mitglied Arsala Rahmai sagte, Rabbani habe sich in seiner abgeriegelten Residenz – die im schwer geschützten Diplomatenviertel Wazir Akbar Khan rund 500 Meter Luftlinie von der deutschen Botschaft entfernt liegt – mit zwei Taliban-Vertretern getroffen. „Sie könnten ihn getötet haben.“ Nach Polizeiangaben wurde Rabbani durch einen der Besucher mit einer Sprengstoffweste ermordet.

Aus Sicherheitskreisen hieß es dagegen, der Täter habe den Sprengstoff in seinem Turban versteckt gehabt – wie es zuletzt häufiger bei Anschlägen der Taliban der Fall gewesen war. Die Schutztruppe Isaf sprach von „zwei Selbstmordattentätern, die den Wunsch heuchelten, Versöhnungsgespräche zu führen“. Isaf-Kommandeur John Allen erklärte: „Das ist ein weiterer abscheulicher Indikator dafür, dass unabhängig von dem, was die Taliban-Führung außerhalb des Landes sagt, sie keinen Frieden will, sondern Krieg.“

Doch nicht nur Taliban-Hardliner haben ein Interesse daran, den Friedensprozess zu torpedieren, bevor er überhaupt Fahrt aufgenommen hat. Ungewöhnlich: Die Handys der Taliban-Sprecher – die sich sonst umgehend zu Anschlägen bekennen – waren nach der Tat ausgeschaltet.

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