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22.06.2011

02:50 Uhr

Afghanistan

Obama informiert Sicherheitsteam über Truppenabzug

Im Juli soll mit dem Abzug der US-Truppen aus Afghanistan begonnen werden. Nach intensiv geführten Beratungen will der Präsident Obama nun erstmals Zahlen bekannt geben.

Der Einsatz der US-Truppen in Afghanistan neigt sich dem Ende zu. Quelle: dapd

Der Einsatz der US-Truppen in Afghanistan neigt sich dem Ende zu.

WashingtonIn einer Rede an die Nation will US-Präsident Barack Obama am Mittwochabend (Ortszeit) konkrete Zahlen zum Truppenabzug aus Afghanistan nennen. Der Präsident habe sein nationales Sicherheitsteam bereits über die Pläne informiert, sagte Regierungssprecher Jay Carney am Dienstag in Washington. Der Abzug solle wie schon vor längerer Zeit angekündigt im Juli beginnen und bis 2014 abgeschlossen sein. Details ließ Carney allerdings offen.

US-Medien hatten unter Berufung auf Regierungsbeamte berichtet, dass bis Ende dieses Jahres rund 10 000 Soldaten aus Afghanistan abziehen sollen, die Hälfte davon bereits im Juli. Bis Ende 2012 solle die Truppenstärke um insgesamt 30 000 schrumpfen. Carney bezeichnete die Berichte als „spekulativ“. „Es ist eine Entscheidung, die vom Präsidenten bekanntgegeben wird“, sagte er.

Zurzeit sind etwa 100 000 US-Soldaten am Hindukusch im Einsatz. Ende 2009 hatte Obama das US-Kontingent noch um gut 30 000 Mann aufgestockt, um mehr militärische und strategische Erfolge im Kampf gegen die Aufständischen in Afghanistan zu erzielen. Bis 2014 wollen USA und Nato die Verantwortung für die Sicherheitslage an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben.

Der scheidende US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte zuletzt vor einer zu schnellen Truppenabzug gewarnt. Am Dienstag gestand er jedoch, dass sich in der amerikanischen Öffentlichkeit eine gewisse Kriegsmüdigkeit entwickelt habe. „Der Präsident muss diese Punkte offensichtlich genauso in die Überlegungen einbeziehen wie die Bedingungen im Feld in Afghanistan“, sagte er.

Experten weisen darauf hin, dass die jüngsten Erfolge im Kampf gegen Al-Kaida Obama zu einem schnelleren und umfassenderen Abzug bewegen könnte. Das Terrornetz sei nach Ansicht der Regierung in der Region vor allem seit dem Tod Osama bin Ladens so geschwächt, dass viele Soldaten früher heimgeholt werden könnten, schrieb auch die „New York Times“. 

Al-Kaida gab zwar nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington die Begründung für den Einmarsch am Hindukusch. Der Hauptgegner sind aber die radikalislamischen Taliban und paschtunische Rebellen. 

Kommentare (2)

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Friedenstaube

21.06.2011, 20:26 Uhr

Werden die Söldner an einer anderen Front gebraucht.
Friedensstifter USA führt ja nur Krieg um zu helfen oder die Welt zu retten....
Und wer überwacht dann weiter den Heroinanbau dort ? Die Friedenskriege müssen ja finanziert werden....

FreundHein

21.06.2011, 22:15 Uhr

Was für ein Depp der Herr Obama ist, sieht man ja schon daran, dass er Bush's Kriegsminister so lange behalten hat.
Alleine die Sprüche des Hr. Gates, die hier wiedergegeben werden sagen alles über dessen komplette Ahnungslosigkeit.
"Wir wollen ballern, ballern, ballern, …" oder wie soll ich das Verstehen? Ach ja, und die Ballermänner brauchen auch keinen Nachschub und keine Felderkundung. Von vertrauensbildenden Maßnahmen mal ganz zu schweigen. Jedenfalls bringt man die Kampfkraft der Truppe so schnellstmöglich auf Null.
Der ganze Krieg war nur ein riesiges Geschschenk für Blackwater, Boeing und Co,!!
Und jetzt gehen dem Weihnachtsmann so langsam die Päckchen aus. Das ist die Wahrheit: 3US$/1€ bis zum Herbst!

2011!

Von da an geht's dann richtig bergab. Mal gespannt, wie uns hier die Achterbahnfahrt bekommt. Die steigenden Rohstoffpreise sind uns dann schnuppe.
Jedenfalls sind wir Zeuge wie sich die lange symbiotisch gekoppelten Wirtschaftsriesen USA und J von ihrer Führungsrolle (endlichst!!!) verabschieden.

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