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14.01.2014

00:21 Uhr

Afghanistan

Obama weist Kritik von Pentagon-Chef zurück

Barack Obama hat die Zweifel des Ex-Verteidigungsministers Robert Gates an seiner Unterstützung der Afghanistan-Strategie zurückgewiesen. Gates beklagt, seine Äußerungen seien aus dem Kontext gerissen worden.

US-Präsident Barack Obama und der frühere Verteidigungsminister Robert Gates. dpa

US-Präsident Barack Obama und der frühere Verteidigungsminister Robert Gates.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat Zweifel an seiner Unterstützung für die militärische Strategie in Afghanistan zurückgewiesen. "So wie ich weiter an unsere Mission geglaubt habe, hatte ich vor allem unerschütterliches Vertrauen in unsere Soldaten", sagte Obama am Montag in Washington. Der Präsident reagierte damit auf kritische Auszüge aus den Memoiren seines früheren Verteidigungsministers Robert Gates, die in der vergangenen Woche für Wirbel gesorgt hatten.

Die Ende 2009 beschlossene Entsendung von 30.000 zusätzlichen US-Soldaten nach Afghanistan sowie der geplante Abzug aller internationalen Kampftruppen bis Ende 2014 seien "die richtige Strategie", sagte Obama nach einem Treffen mit dem spanischen Regierungschef Mariano Rajoy im Weißen Haus. "Wir werden sie weiter ausführen." Noch sei die Aufgabe am Hindukusch nicht erledigt.

In der Autobiografie "Duty: Memoirs of a Secretary of War" (wörtlich: "Pflicht: Erinnerungen eines Kriegsministers") stellt Gates laut Vorabberichten von US-Medien dem Präsidenten ein durchwachsenes Zeugnis aus. Obama habe als Oberbefehlshaber der Armee nicht an seine eigene Strategie im Afghanistan-Krieg geglaubt und der Militärführung misstraut, lautet ein Vorwurf. Die Memoiren sind in den USA ab Dienstag erhältlich.

Der frühere Verteidigungsminister geht in dem Buch auch mit Vizepräsident Joe Biden hart in Gericht. Biden habe "bei fast allen wichtigen außen- und sicherheitspolitischen Themen der vergangenen vier Jahrzehnte" falsch gelegen, heißt es in den vorab veröffentlichten Auszügen. Über die frühere Außenministerin Hillary Clinton schreibt Gates, diese habe eingeräumt, sich im Jahr 2007 als Bewerberin um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten aus politischen Gründen gegen den Irak-Einsatz gestellt zu haben.

In seiner Kritik an Obama fühlt sich der Ex-Verteidigungsminister aber missverstanden. In einem Interview mit dem Fernsehsender NBC beklagte Gates am Montag, dass seine Äußerungen instrumentalisiert worden seien. "Das Buch ist von Vertretern aller politischer Lager gekapert worden, um eigene Zwecke zu verfolgen", sagte der frühere Pentagon-Chef. Die Passagen seien dabei aus dem Kontext gerissen worden.

Auch im Radiosender NPR nuancierte Gates am Montag sein Bild von Obama. Als der Präsident die Entsendung zusätzlicher Soldaten beschlossen habe, habe dieser sehr wohl an den Erfolg der Strategie geglaubt, sagte der Ex-Verteidigungsminister. Im Laufe des darauffolgenden Jahres seien Obamas Zweifel wegen des "konstanten Drucks" von Biden und enger Mitarbeiter im Weißen Haus allerdings gewachsen.

In den Medienberichten der vergangenen Tage sei zudem untergegangen, "dass ich mit fast jeder Entscheidung des Präsidenten (zum Afghanistan-Einsatz) einverstanden gewesen bin", sagte Gates. Mit Obama pflege er eine "sehr gute persönliche Beziehung". Der Präsident pries Gates bei der Pressekonferenz am Montag als "herausragenden" Verteidigungsminister.

Gates war von 2006 bis 2011 Pentagon-Chef. Der Republikaner hatte dieses Amt sowohl unter seinem Parteifreund George W. Bush als auch unter dem Demokraten Obama inne. Seine Karriere startete Gates beim Auslandsgeheimdienst CIA, wo er fast drei Jahrzehnten sechs verschiedenen Präsidenten diente. Von 1991 bis 1993 war er CIA-Chef.

Von

afp

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