Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2011

07:38 Uhr

Afghanistan-Reise

Guido Westerwelle besucht Bundeswehr in Kundus

Außenminister Guido Westerwelle ist am Montag zu einem Blitzbesuch bei der Bundeswehr im nordafghanischen Feldlager Kundus eingetroffen. Die Reisepläne waren aus Sicherheitsgründen bis zur Ankunft geheim gehalten worden.

HB KUNDUS. Der Minister war mit einem Transall-Militärtransporter von Kabul nach Kundus geflogen. Der Aufenthalt im Feldlager soll nur drei Stunden dauern. Für Westerwelle ist dies seit seinem Amtsantritt der erste Besuch in Kundus. Zuletzt waren in Kundus kurz vor Weihnachten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zu Gast. Westerwelle lobte das Engagement der deutschen Soldaten. „Diese Leute halten für unsere Freiheit und unsere Sicherheit ihren Kopf hin", sagte der FDP-Politiker. "Da muss man seine Solidarität zeigen."

Der Minister legte am Ehrenhain für die gefallenen deutschen Soldaten einen Kranz nieder. Geplant ist auch ein Gespräch mit dem neuen Gouverneur der Provinz, Mohammed Dschagdalek. Der Vorgänger war im Oktober bei einem Anschlag getötet worden. Bei seinem Besuch in Kabul hatte der FDP-Chef am Sonntag nochmals die Pläne für den schrittweisen Abzug der deutschen Truppen bekräftigt. Zum Jahresende sollen die ersten deutschen Soldaten das Land verlassen. Ende 2014 will die Nato die Verantwortung für die Sicherheit den Afghanen übergeben. Über das neue Afghanistan-Mandat der Bundeswehr entscheidet der Bundestag am 28. Januar. An diesem Mittwoch beschäftigt sich damit bereits das Kabinett.

Bei einem Treffen mit Präsident Hamid Karsai in Kabul am Sonntag hatte Westerwelle hat von der afghanischen Regierung mehr Anstrengungen gegen Korruption und Drogenhandel verlangt. Er hatte zugleich einen besseren Schutz für religiöse Minderheiten angemahnt. Bei der Abstimmung über das neue Afghanistan-Mandat im Bundestag Ende Januar rechnete der FDP-Chef mit breiter Zustimmung. Im neuen Mandat wird das Jahresende 2011 als Termin für den Beginn des Abzugs genannt - "soweit die Lage dies erlaubt". Bis dahin soll weiterhin die Entsendung von bis zu 5350 Soldaten möglich sein.

Den Afghanen hatte Westerwelle am Sonntag versichert, dass Deutschland auch nach dem Ende des Kampfeinsatzes an ihrer Seite stehen werde. Das Land dürfe niemals wieder "terroristischen Strukturen" überlassen werden, sagte er. "Auch in den Jahren nach 2014 wird Deutschland Afghanistan nicht allein lassen." Zuvor hatte Westerwelle das Nachbarland Pakistan besucht und dort ebenfalls für eine enge Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus geworben. Das weltweit zweitgrößte islamische Land - zugleich Atommacht - habe eine "absolute Schlüsselrolle" für die gesamte Region. Auf Forderungen nach deutscher Waffenhilfe ging er nicht ein. Das Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan gilt als wichtigstes Rückzugsgebiet von islamistischen Extremisten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×