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01.09.2012

11:22 Uhr

Afghanistan

Selbstmordattentäter töten zwölf Personen vor Nato-Quartier

Bei zwei Selbstmordanschlägen in der Nähe des Nato-Quartiers in Afghanistan wurden am Samstag zwölf Menschen getötet. Unter den Opfern sind acht Zivilisten und vier Polizisten. Rund 40 weitere Personen wurden verletzt.

Nach den Selbstmordanschlägen kontrolliert die afghanische Polizei ein Auto am Checkpoint in Ghazni. dpa

Nach den Selbstmordanschlägen kontrolliert die afghanische Polizei ein Auto am Checkpoint in Ghazni.

Kabul/Ghasni/MiranshahBei zwei Selbstmordanschlägen in der Nähe eines Nato-Stützpunktes in Afghanistan sind am Samstag mindestens zwölf Menschen getötet worden. Weitere 59 Menschen seien bei den Explosionen in Sajedabad in der zentralafghanischen Provinz Wardak verletzt worden, teilten die zuständigen Behörden mit. Die Gesundheitsbehörde spricht von 40 Verletzten, einige sind wegen der Schwere ihrer Verletzungen zur Behandlung in die Hauptstadt Kabul gebracht worden. Die Nato bestätigte den Angriff, bestritt jedoch Opfer in den eigenen Reihen.

Ein Selbstmordattentäter habe zunächst seine Sprengstoffweste gezündet, dann habe ein zweiter seinen mit Sprengstoff gefüllten Lastwagen in die Luft gesprengt, so die Provinzregierung. „Acht Zivilisten, darunter eine Frau, sowie vier Polizisten wurden bei dem Vorfall getötet.“ Unter den Verletzten seien vor allem Zivilisten, aber auch Polizisten und Soldaten der NATO-geführten Schutztruppe, hieß es weiter. „Es gibt so viele Verletzte, dass sie kaum gezählt werden können“, sagte ein Sprecher der Polizei. Demnach trafen die Anschläge vor allem einen Markt bei dem Nato-Stützpunkt, der durch die Attacken völlig zerstört worden sei.

Die Nato bestritt dies. „Obwohl der Vorfall nahe der Militärbasis im Distrikt Sajedabad geschah, gibt es keine Berichte über Todesfälle oder Verletzte bei der Nato“, sagte Major Adam Wojack der Nachrichtenagentur dpa.

Die Taliban übernahmen die Verantwortung für die Anschläge. „Der erste Attentäter sprengte sich vor den Toren der US-Basis in die Luft und eröffnete den Weg für den Lastwagenattentäter“, teilte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid mit. Dutzenden US-Soldaten seien dabei getöteten worden, sagte er. Derartige Angaben der Taliban sind zumeist stark übertrieben.

Nach einem Bericht der Vereinten Nationen ist die Zahl der Toten in diesem Jahr in Afghanistan gestiegen. So sollen in den ersten sechs Monaten mindestens 1145 Zivilisten getötet und 1954 verletzt worden sein. Für 80 Prozent der Todesfälle seien demnach die Rebellen verantwortlich.

Im Nordwesten Pakistans wurden bei einem Angriff mit US-Drohnen auf einen Stützpunkt von Aufständischen an der Grenze zu Afghanistan indes vier radikalislamische Kämpfer getötet, wie Vertreter der Sicherheitsbehörden sagten. Die Attacke ereignete sich in der Region Degan in der Provinz Nord-Waziristan.

Das Gebiet gilt als Rückzugsort für aufständische Taliban und Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Den Angaben zufolge schossen mehrere US-Drohnen vier Geschosse ab. Zur Zeit des Angriffs waren demnach zudem mehrere weitere Drohnen in der Region im Einsatz.

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