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11.01.2013

11:06 Uhr

Afghanistan

Taliban begrüßen US-Überlegungen zum kompletten Abzug

Die Überlegungen des US-Präsidenten, die amerikanischen Truppen bis Ende 2014 komplett aus Afghanistan abzuziehen, stoßen auf Beifall von ungewohnter Seite. Dabei ist der vollständige Abzug eigentlich eine Drohung.

US-Soldaten mit dem afghanischen Gouverneuer Sayed Mohammed. Schon bald könnten die amerikanische Armee das Land verlassen. Die Taliban zeigten sich darüber erfreut. dpa

US-Soldaten mit dem afghanischen Gouverneuer Sayed Mohammed. Schon bald könnten die amerikanische Armee das Land verlassen. Die Taliban zeigten sich darüber erfreut.

KabulDie radikalislamischen Taliban haben Überlegungen der US-Regierung zu einem vollständigen Abzug aus Afghanistan bis Ende 2014 begrüßt. In einer Erklärung werteten sie am Freitag entsprechende Äußerungen als Hinweis darauf, dass die US-Bürger Druck machten, den Einsatz am Hindukusch zu beenden. „Wir begrüßen diesen Schritt der amerikanischen Öffentlichkeit und all derjenigen Gesellschaften, die beim Thema Afghanistan Druck auf ihre Regierungen ausüben, diesen ziellosen Krieg zu Ende zu bringen und all ihre Truppen herauszuholen“, war auf der Internetseite der Taliban zu lesen.

Meinungsumfragen zeigen seit Jahren, dass die US-Bürger des riskanten und kostspieligen Einsatzes ihrer Armee in Afghanistan müde sind. Die USA und ihre NATO-Partner wollen ihre Kampftruppen bis Ende 2014 aus Afghanistan abziehen. Danach könnten aber US-Soldaten im Land bleiben, um der afghanischen Armee und Polizei als Ausbilder und Berater zur Verfügung zu stehen.

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Der stellvertretende US-Sicherheitsberater Ben Rhodes hatte allerdings am Dienstag gesagt, Präsident Barack Obama schließe auch einen vollständigen Abzug nicht aus. Dies wurde von Beobachtern als Drohung gewertet, um Afghanistans Staatschef Hamid Karsai von seinen umfangreichen Forderungen zur künftigen Partnerschaft mit den USA abzubringen.

Obama wollte Karsai am Freitag zu einem Gespräch im Weißen Haus empfangen. Ein Streitpunkt ist der künftige Schutz für US-Soldaten vor Strafverfolgung in Afghanistan.

Von

afp

Kommentare (4)

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Rumpelstilzchen

11.01.2013, 11:31 Uhr

Klar gefällt das den Taliban! Da wird der Karzai aufgeknüpft und der Steinzeit-Islam wieder eingeführt - mit Steinigen, meist von Frauen, Hand abhacken usw.; Dann war der ganze Einsatz der USA und Europäer in Afghanistan vergebens. Man muss solche Einsätze halt vor deren Beginn auch mal zu Ende denken, und dann die Geduld und das Geld aufbringen um langfristig durchzuhalten. Sonst kann man's gleich sein lassen!!!

Ofelas

11.01.2013, 11:41 Uhr

Mit den Drohnenangriffen, die ja auch in Pakistan fuer Tote sorgen und immer wieder fuer Kollateralschaden sorgen, werden die Pashtunen (oder auch Taleban) eben nicht befriedet. Der groessere Teil der Pashtunen ist ehr gegen den Steinzeit Islam der Taleban.

Diese Angriffe werden nicht kontrolliert, ob 10 Zivilisten oder Kinder dabei mitsterben muessen um irgendein Taleban zu erwischen ist eben nicht nachvollziehbar. Es kann den USA vielleicht egal sein, hauptsache wie "got him", aber so befriedet man kein Gebiet. Die Zivilisten werden sich kaum wehren koennen wenn hochbewaffnete Taleban entscheiden das sie bei dennen Uebernachten!

Numismatiker

11.01.2013, 11:48 Uhr

@ Rumpelstilzchen

Richtig! Insbesondere muß man die Bereitschaft zeigen, auch eigene Verluste hinzunehmen, so bitter das für die Angehörigen ist.

Und außerdem muß man die Truppe auch -anders als bei der Bundeswehr in Afghanistan- mit dem notwendigen Material (Kampfhubschrauber, Artillerie, etc.) ausrüsten, damit es nicht zu einem hohen Blutzoll unter den eigenen Leuten kommt.

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