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03.04.2013

16:33 Uhr

Afghanistan

Taliban töten offenbar 44 Menschen

44 Menschen sind bei einem Angriff der radikalislamischen Taliban auf ein Gericht im Westen Afghanistans ums Leben gekommen. 91 Menschen wurden verletzt. Unter den Toten sind auch neun Angreifer, so das Innenministerium.

Bei einem Angriff der radikalislamischen Taliban auf ein Gericht im Westen Afghanistans starben 44 Menschen. Reuters

Bei einem Angriff der radikalislamischen Taliban auf ein Gericht im Westen Afghanistans starben 44 Menschen.

KabulBei dem Angriff der radikalislamischen Taliban auf ein Gericht im Westen Afghanistans sind am Mittwoch nach offiziellen Angaben mindestens 44 Menschen getötet und 91 weitere verletzt worden. Unter den Toten seien 34 Zivilisten, sechs Soldaten und vier Polizisten, sagte der Vizesprecher des Innenministeriums in Kabul, Nadschib Danisch. Auch neun Taliban seien bei der Attacke getötet worden.

Der Gouverneur der Provinz Farah hatte zuvor von mindestens sechs Toten gesprochen. Mehrere Gebäude in der gleichnamigen Provinzhauptstadt seien von dem Angriff betroffen.

Chronologie: Tödliche Zwischenfälle in Afghanistan

Unbeliebte Besatzer

Bereits vor dem Massaker eines US-Soldaten an 16 afghanischen Zivilisten hat es in dem Land am Hindukusch mehrere Übergriffe von Angehörigen der amerikanischen Truppen gegeben. Auch Aktionen wie Koranverbrennungen lösten gewalttätige Proteste aus.

20. Februar 2012

Soldaten in der US-Basis Bagram bringen Ausgaben des Korans versehentlich zur Entsorgung zu einer Verbrennungsanlage. Muslimen gilt jede Schändung des Korans als Todsünde. Trotz einer Entschuldigung von Präsident Barack Obama führt die Koranverbrennung zu schweren Ausschreitungen mit zahlreichen Toten.

11. Januar 2012

Im Internet taucht ein Video auf, das angeblich US-Soldaten zeigt, die auf getötete Taliban urinieren. Der Vorfall sorgt international für Empörung und belastet die amerikanisch- afghanischen Beziehungen. US-Verteidigungsminister Leon Panetta verurteilt die Leichenschändung und ordnet eine Untersuchung an.

23. März 2011

Ein US-Soldat wird von einem amerikanischen Militärrichter zu 24 Jahren Haft verurteilt. Der Stabsgefreite hatte zugegeben, zusammen mit mehreren Kameraden gezielt drei unbewaffnete Zivilisten in Afghanistan umgebracht zu haben. Dem fünfköpfigen „Killkommando“ wird nicht nur angelastet, aus purer Mordlust getötet zu haben: Sie sollen auch Körperteile ihrer Opfer wie Finger als Trophäen mitgenommen haben.

20. März 2011

In der Gemeinde des umstrittenen Pastors Terry Jones in Gainesville (US-Staat Florida) findet eine Koranverbrennung statt. Wenige Tage später stürmen aufgebrachte Menschen im afghanischen Masar-i-Scharif ein Büro der Vereinten Nationen und töten sieben Ausländer. Bei Ausschreitungen kommen in den folgenden Tagen in Afghanistan mindestens 23 Menschen ums Leben.

4. Mai 2009

Bei einem US-Luftangriff in der südwestafghanischen Provinz Farah kommen auch zahlreiche Zivilisten ums Leben. Das US-Militär hatte den Taliban vorgeworfen, diese als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Nach einer Untersuchung der afghanischen Regierung wurden 140 Zivilisten getötet.

Die Taliban, die seit Jahren die von den USA und NATO-Truppen gestützte Regierung des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai bekämpfen, bekannten sich unmittelbar nach der Tat zu dem Angriff. In einer Erklärung auf ihrer Internetseite hieß es, der Angriff sei die Reaktion auf die Information, dass Talibankämpfern vor dem Gericht ein "grausamer" Prozess bevorgestanden habe.

Von

afp

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