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22.02.2012

19:41 Uhr

Afghanistan

Tote bei Protesten gegen Koran-Verbrennung

Sechs Tote und Dutzende Verletzte soll es bei den afghanischen Protesten gegen die Koran-Verbrennung gegeben haben. Das berichten Behörden. Bereits mehrfach führten ähnliche Vorfälle zu Auseinandersetzungen.

Afghanische Demonstranten während eines Protests in Kabul. AFP

Afghanische Demonstranten während eines Protests in Kabul.

KabulBei den Protesten in Afghanistan gegen die Verbrennung von Koranen durch US-Soldaten sind sechs Menschen erschossen worden. Hunderte wütende Afghanen versammelten sich am Mittwoch den zweiten Tag in Folge in der Hauptstadt Kabul und skandierten antiamerikanische Parolen. Die Proteste griffen auch auf andere Städte über, wo die Demonstranten auch den Anführer der radikal-islamischen Taliban, Mullah Mohammed Omar, hochleben ließen.

Auch im Parlament riefen aufgebrachte Abgeordnete „Tod Amerika“. Damit scheiterte der Versuch der US-Regierung und des Kommandeurs der Nato-Streitkräfte in Afghanistan, mit einer raschen Entschuldigung die Wut zu besänftigen. Afghanistans Präsident Hamid Karsai forderte von seinen Landsleuten Besonnenheit. Demonstrationen seien ein Recht der Bürger, sie sollten aber Gewalt vermeiden. Auch von den Sicherheitskräften erwarte er, dass sie bei den Protesten keine Gewalt einsetzten sowie Leben und Eigentum der Menschen schützten.

Afghanische Arbeiter hatten am Dienstag beim Durchwühlen einer Müllhalde am US-Stützpunkt Bagram in der Provinz Parwan verkohlte Exemplare des Koran gefunden. Kurz darauf waren bis zu 2000 Menschen auf die Straße gegangen. Am Rande der Hauptstadt griffen Demonstranten die Polizei an, setzten Reifen in Brand, zerstörten Autos und warfen Scheiben ein. In Dschalalabad wurden amerikanisch Fahnen verbrannt und Tankwagen nahe des Flughafens der Stadt angezündet. Mindestens sechs Menschen wurden bei den Protesten getötet.

In der Vergangenheit haben ähnliche Vorfälle die Beziehungen zwischen den US-geführten Truppen und den Afghanen schwer belastet. Im April wurden elf ausländische UN-Mitarbeiter bei dreitägigen Protesten getötet. Damals hatte ein Pastor in Florida einen Koran verbrannt.

Kommentare (2)

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22.02.2012, 21:13 Uhr

Bücherverbrennung ist nicht Bücherverbrennung !

Unter A. H. wurden die Bücher verbrannt die sich auf dem Verbotsindex befanden. Hat irgend jemand vor den Koran zu verbieten ?!
Hier handelt es sich doch wohl eher um ein symbolisches Verbrennen von Einzelindividuen oder Müllbeseitigung. Was habe ich schon Bücher in den Müll geworfen, auch eine Bibel war dabei und einem Koran wäre es genauso ergangen, und wenn sie dann auf der Müllkippe brennen, was solls. Die Religionsfanatiker sollen sich mal nicht so haben, ich lasse mir von diesen geistigen "Neandertalern" gar nichts vorschreiben !!!

lebersberg

25.02.2012, 13:15 Uhr

Den Koran gibt es ja auch als E-Book. Ich kann ihn also auf ein Speichermedium herunterladen. Was ist, wenn ich die Festplatte oder den Speicherchip mit der Koran-Datei ins Feuer werfe oder auch nur diese Datei lösche?. Regen sich dann auch diese Islamfanatiker auf?

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