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10.02.2017

15:17 Uhr

Afghanistan

US-Luftangriffe sollen viele Zivilisten getötet haben

Die Zahl der US-Luftangriffe sind in Afghanistan seit 2016 stark gestiegen. Laut UN gab es so viele zivile Opfer von Luftanschlägen wie seit 2009 nicht mehr. Jetzt sind neue Vorwürfe aufgetaucht.

In Afghanistan kommt es immer wieder zu Luftangriffen mit zivilen Opfern. dpa

Luftangriffe in Afghanistan

In Afghanistan kommt es immer wieder zu Luftangriffen mit zivilen Opfern.

KabulDie USA sollen nach afghanischen Angaben mit Luftangriffen auf radikalislamische Taliban in der Südprovinz Helmand auch viele Zivilisten getötet und verletzt haben. In der Nacht zum Freitag hätten US-Streitkräfte in drei Dörfern im Bezirk Sangin mindestens 19 Menschen getötet und etwa 20 verletzt, sagte ein Stammesältester, Hadschi Saifuddin Sanginwal.

Ein Mitglied des Bezirksrats von Sangin, Hadschi Mohammad Daud, bestätigte die Luftangriffe. Seines Wissens seien etwa 23 Menschen getötet worden. Er wisse von toten Zivilisten, aber nicht, ob nicht auch Taliban unter den Opfern waren. Auch die Taliban hatten zivile Tote gemeldet und die USA beschuldigt - 22 Frauen und drei Männer seien tot. Ihre Angaben sind oft übertrieben.

Der Sprecher der US- und der Nato-Streitkräfte in Afghanistan, General Charles Cleveland, sagte am Nachmittag, man sei sich der Vorwürfe bewusst. „Wir nehmen sie sehr ernst und arbeiten mit unseren afghanischen Partnern daran, das verfügbare Material zu sichten.“ Provinzsprecher Omar Swak wies die Berichte allerdings zurück. Die Luftangriffe, an denen auch die afghanische Luftwaffe beteiligt gewesen sei, hätten sich auf Gegenden ohne zivile Gebäude konzentriert.

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Ein Sprecher des 215. Korps der afghanischen Armee, Mohammed Rassul Sasai, sagte, die Taliban hätten die Menschen in der Gegend dazu gezwungen zu behaupten, es habe zivile Opfer gegeben. „Das machen sie so, wenn sie schwere Verluste in Kämpfen erleiden.“ In der Provinz Helmand bekriegen sich afghanische Streitkräfte und radikalislamische Taliban derzeit besonders heftig. Immer wieder müssen die USA mit Luftangriffen helfen.

Die Zahl der US-Luftangriffe war 2016 stark gestiegen. Die UN berichten, dass es das Jahr mit den meisten zivilen Opfern von Luftschlägen seit 2009 war. Bei einem US-Luftangriff in Kundus in Nordafghanistan waren Anfang November 33 Zivilisten getötet worden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Michael Müller

10.02.2017, 18:02 Uhr

Wieviel zivile Opfer gab es in Deutschland nach dem 2. WK, als Großstädte des längst besiegten Deutschlands mit Bombenteppichen belegt wurden? Das waren zu 95% Zivilisten, Frauen, Kinder und alte hilflose Menschen, von denen ganz sicher keine Gegenwehr zu erwarten war.

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