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05.01.2016

19:05 Uhr

Afghanistan

US-Soldat bei Gefechten getötet

Die Taliban versuchen verstärkt, Gebiete in der afghanischen Provinz Helmand zurückzuerobern. Bei Kämpfen ist nun ein US-Soldat ums Leben gekommen, zwei weitere wurden verwundet. Die Lage ist unübersichtlich.

Helmand ist für die Taliban ein wichtiger Stützpunkt. Dort wird weltweit das meiste Opium produziert. ap

Ein afghanischer Polizist in der Provinz Helmand

Helmand ist für die Taliban ein wichtiger Stützpunkt. Dort wird weltweit das meiste Opium produziert.

WashingtonBei Kämpfen mit radikalislamischen Taliban im Süden Afghanistans ist mindestens ein US-Soldat einer Spezialeinheit ums Leben gekommen. Zwei weitere wurden bei den Gefechten am Dienstag in der Provinz Helmand nahe der Stadt Mardscha verwundet, sagten US-Verteidigungsbeamte.

Die Lage sei unübersichtlich und ändere sich ständig, hieß es. Die Taliban haben in den vergangenen Wochen verstärkt versucht, Gebiete in Helmand zurückzuerobern.

Ein US-Hubschrauber sollte den Angaben zufolge zu dem Kampfgebiet geschickt worden, um Opfer auszufliegen. Doch konnte er nicht sofort starten, weil eine Mörsergranat in seiner Nähe einschlug. Der Helikopter sei aber nicht getroffen worden, sagte ein Sprecher des US-geführten Militäreinsatzes in Kabul.

Mitstreiter und Gegner der USA im Kampf gegen den Terror

Iran

Iran: Teheran ist sowohl Gegner als auch Mitstreiter der USA. Einerseits kann der Iran eine Militäroperation des Erzfeindes in der eigenen Nachbarschaft nicht einfach absegnen. Andererseits handelt es sich beim IS um einen gemeinsamen Feind.

Ägypten

Auch Ägypten nahm an der Anti-Terror-Konferenz in Dschidda teil. Der Kampf gegen den IS könnte Kairos Beziehungen zum Westen verbessern, die unter dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi durch das Militär vor mehr als einem Jahr gelitten haben.

Katar

Katar könnte eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, Finanzquellen der Extremisten auszutrocknen. Kritiker werfen dem Land vor, Radikale dürften dort unbehelligt Geld für Dschihadisten sammeln. Die Regierung weist das zurück.

Jordanien

Auch Jordanien hat den IS vor der Haustür. Anhänger der Miliz kontrollieren Teile Iraks und Syriens, die unmittelbar an das Königreich grenzen. Auch der einzige Grenzübergang zwischen Irak und Jordanien ist in IS-Händen. Jordanien hat daher eine Taskforce gegen IS-Angriffe gegründet. In der von Amerika geführten Anti-IS-Koalition könnte das Land zum Operationszentrum werden.

Saudi-Arabien

Das Königreich ist einer der wichtigsten US-Partner. Am Donnerstag trafen sich mehrere Länder in der Hafenstadt Dschidda, um über den Kampf gegen den Terrorismus zu beraten. Weil der IS auch an der Grenze zwischen dem Irak und Saudi-Arabien steht, fühlt sich Riad massiv bedroht.

Irak

Kerry reiste zum Auftakt seiner Tour nach Bagdad. Der Irak wird die Hauptlast im Kampf gegen den IS tragen müssen, weil vor allem die Soldaten der Regierung und kurdische Einheiten am Boden gegen die Extremisten kämpfen müssen. Zugleich muss es der neuen Regierung von Ministerpräsident Haidar al-Abadi gelingen, die Sunniten im Land auf ihre Seite zu ziehen - nur so würde der IS seine starke Unterstützung in den sunnitischen Teilen des Landes verlieren.

Türkei

Westliche Länder haben der Türkei vorgeworfen, Extremisten dürften die Grenze zu Syrien ungehindert passieren. Zuletzt attestierte das Pentagon der Regierung jedoch, sie gehe stärker gegen Dschihadisten vor. Dennoch unterstützt Ankara die USA nicht mit voller Kraft. Den Luftwaffenstützpunkt Incirlik will sie nur für humanitäre Hilfsflüge freigeben. Ankara ist in einer schwierigen Lage, weil der IS im Nordirak 49 türkische Diplomaten festhält.

Nato

Zehn Staaten zählen bislang zum Anti-Terrorbündnis der USA, darunter die Nato-Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Dänemark, Kanada und die Türkei. Auch Australien hat sich der Koalition angeschlossen. Deutschland will Waffen an die Kurden im Nordirak liefern, London hat das bereits getan. Frankreich hat mittlerweile Bombardements gestartet.

Die Taliban haben ihre Anschläge seit dem Abzug der internationalen Schutztruppe vor einem Jahr verstärkt und sind dabei auch außerhalb ihrer Hochburgen im Süden mittlerweile vorgedrungen. Die USA helfen mit Spezialkräften den afghanischen Soldaten, sie zurückzudrängen.

Von 1996 bis zur US-geführten Invasion in Afghanistan 2001 hatten die Extremisten das Land zum großen Teil kontrolliert. Helmand ist für die Taliban ein wichtiger Stützpunkt. Dort wird weltweit das meiste Opium produziert. Mit dem Verkauf finanziert sich die Gruppe.

Von

ap

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