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20.01.2012

21:43 Uhr

Afghanistan

USA und Deutschland erwarten Verbleib französischer Truppen

Nach dem tödlichen Angriff eines afghanischen Soldaten auf vier französische Kameraden droht Paris mit vorzeitigem Abzug vom Hindukusch. Clinton und Westerwelle zeigten sich bestürzt über den Anschlag.

Ein französischer Soldat mit Kollegen aus Afghanistan. AFP

Ein französischer Soldat mit Kollegen aus Afghanistan.

WashingtonDeutschland und die USA erwarten nach dem tödlichen Anschlag auf vier französische Soldaten in Afghanistan keinen vorzeitigen Abzug der Truppen Frankreichs. „Wir stehen in engem Kontakt zu unseren französischen Kollegen“, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Freitag nach einem Treffen mit ihrem deutschen Amtskollegen Guido Westerwelle in Washington. Es gebe keinen Grund zu glauben, dass Frankreich von dem vereinbarten Plan für den Übergangsprozess in Afghanistan abweichen werde.

Westerwelle mahnte, Rückschläge dürften die Mission nicht stoppen. Die vier französischen Soldaten waren am Freitag bei einem Anschlag im Osten des Landes ums Leben gekommen. Sie wurden von einem mutmaßlichen Mitglied der afghanischen Streitkräfte erschossen. Ihr Tod ließ in Frankreich die Diskussion über den Verbleib seiner Truppen am Hindukusch erneut aufflammen.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy setzte die Ausbildungsprogramme für afghanische Sicherheitskräfte am Freitag aus und ließ weitere Schritte offen. „Das französische Heer ist nicht in Afghanistan, damit afghanische Soldaten auf sie schießen“, sagte er in Paris. Sollte die Sicherheitslage nicht wiederhergestellt werden, stelle sich die Frage nach einem vorgezogenen Abzug der französischen Truppen.

François Hollande, Kandidat der Sozialisten für die Präsidentenwahl im Frühjahr, erklärte, im Falle seines Wahlsiegs werde er sich für einen Abzug der französischen Soldaten noch in diesem Jahr einsetzen.

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Clinton und Westerwelle reagierten bestürzt auf den Anschlag und sprachen Frankreich ihr tiefes Mitgefühl aus. Clinton betonte, sie könne die „starken Gefühle“ verstehen, die nun zum Ausdruck gebracht würden. Der Anschlag sei schrecklich. Auch Westerwelle äußerte Verständnis für die neu aufgekommene Debatte in Frankreich. „Aber wir dürfen nicht vergessen, warum wir in Afghanistan sind“, mahnte er.

Das Land dürfe nie wieder zu einem Rückzugsort für Terroristen werden. „Wir müssen weiter damit machen, unsere Sicherheit und unsere Freiheit zu schützen.“ Tragische Rückschläge dürften den Einsatz für Frieden und Versöhnung nicht aufhalten. Die Franzosen sind seit zehn Jahren in Afghanistan im Einsatz.

Derzeit sind etwa 3.600 französische Soldaten dort. Ihre Hauptaufgabe war zuletzt vor allem die Ausbildung afghanischer Einheiten. Der Angriff vom Freitag zählt zu den folgenschwersten für Frankreich.

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