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28.07.2011

09:28 Uhr

Afrika-Beauftragter Nooke

Regierungen tragen Mitschuld an Hungerkrise

Die Nahrungskrise in Ostafrika ist ein von Menschen geschaffenes Problem, sagt Günter Nooke, Afrika-Beauftragter der Bundesregierung. Dabei spiele auch China eine nicht unerhebliche Rolle.

Günter Nooke (CDU) warnt vor der Gefahr sozialer Unruhen. Quelle: dpa/picture alliance

Günter Nooke (CDU) warnt vor der Gefahr sozialer Unruhen.

FrankfurtDer Beauftragte der Bundesregierung für Afrika, Günter Nooke (CDU), sieht auch in den umfangreichen Landverkäufen an China eine Ursache der Hungerkatastrophe am Horn von Afrika. In Äthiopien bestehe beispielsweise der Verdacht, dass der Landverkauf für eine kleine Elite sehr attraktiv sei, sagte Nooke der „Frankfurter Rundschau“ vom Donnerstag. Der breiten Bevölkerung wäre jedoch mehr geholfen, wenn sich die dortige Regierung um den Aufbau besserer eigener landwirtschaftlicher Produktionsstrukturen kümmern würde.

Es sei zwar nicht alles schlecht, was China in Afrika mache, sagte Nooke der Zeitung, „aber Lebensmittel nur für den Export zu erzeugen, kann noch zu großen sozialen Konflikten in Afrika führen, wenn dadurch Kleinbauern der Boden und damit ihre Lebensgrundlage entzogen wird“. „Die Katastrophe ist auch menschengemacht“, fügte der Politiker hinzu. Grundsätzlich habe Afrika gute Bedingungen für eine ausreichende Lebensmittelversorgung. Oft seien zwei bis drei Ernten pro Jahr möglich, sagte Nooke. Allen Experten sei aber klar, dass die traditionelle Landwirtschaft durch Kleinbauern nicht mehr ausreiche.

Die Flucht in die Städte stelle ein zusätzliches Problem dar, sagte Nooke. Außerdem zeige die gegenwärtige Katastrophe, wie wichtig Bewässerungssysteme, eine richtige Lagerhaltung oder der Einsatz dürreresistenter Pflanzen seien. Da dies kostspielig sei, müsse eine industrielle Landwirtschaft aufgebaut werden, sagte der Regierungsbeauftragte. „Wir wollen das international stärker fördern“, kündigte er an. Derzeit leiden in Somalia, Dschibuti, Äthiopien, Kenia und Uganda Millionen Menschen unter der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren. Die UNO hatte am Mittwoch eine Luftbrücke in die Region gestartet.

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afp

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