Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.09.2011

23:08 Uhr

Afrika-Berater packt aus

Chirac nahm angeblich Geldkoffer aus Afrika an

Gegen Jacques Chirac läuft derzeit ein Korruptionsprozess um seine Amtszeit als Pariser Bürgermeister. Nun tauchen Gelder aus seiner Zeit als französischer Präsident auf, die auch Nicolas Sarkozy ins Zwielicht stellen.

Ominöse Koffer voller Geld stehen im Mittelpunkt der neuen Korruptionsvorwürfe gegen Chirac. dpa

Ominöse Koffer voller Geld stehen im Mittelpunkt der neuen Korruptionsvorwürfe gegen Chirac.

ParisEin Berater des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy hat nach eigenen Angaben dessen Vorgänger Jacques Chirac und dem früheren Regierungschef Dominique de Villepin jahrelang Aktenkoffer voller Geld von afrikanischen Machthabern überbracht. Die Millionensummen seien unter anderem zur Finanzierung von Wahlkämpfen bestimmt gewesen, sagte der Anwalt Robert Bourgi der Sonntagzeitung «Journal du Dimanche».

Bourgi, der seinerzeit Chirac und Villepin in Afrikafragen beriet und heute Sarkozys inoffizieller Afrikaberater ist, gab den Betrag der zwischen 1997 und 2005 übergebenen Gelder in der Zeitung mit mehreren Dutzend Millionen Francs an. Chiracs Anwalt Jean Veil kündigte daraufhin eine Verleumdungsklage gegen Bourgi an. Der Ex-Präsident habe ihn darum gebeten, sagte Veil der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag.

An einem derzeit laufenden Prozess wegen Missbrauchs öffentlicher Gelder als Pariser Bürgermeister muss der 78-jährige Chirac wegen «gesundheitlicher Probleme» nicht teilnehmen.

Er werde wie Chirac Klage gegen Bourgi einreichen, kündigte Villepin am Abend im Fernsehsender France 2 an. Er nannte die Vorwürfe gegen ihn «skandalös». Seit Jahren werde versucht, ihm Steine in den Weg zu legen, er habe aber ein «dickes Fell». Dagegen forderten die oppositionellen Sozialisten das Justizministerium angesichts der schwerwiegenden Vorwürfe auf, Ermittlungen einzuleiten.

Für Chiracs Präsidentschaftswahlkampf 2002 flossen laut Bourgi durch seine Vermittlung etwa zehn Millionen Dollar von fünf afrikanischen Staatschefs: Abdoulaye Wade (Senegal), Blaise Compaoré (Burkina Faso), Laurent Gbagbo (Elfenbeinküste), Denis Sassou Nguesso (Republik Kongo) und Omar Bongo (Gabun). Der derzeitige Außenminister Alain Juppé bekam laut Bourgi über Jahre hinweg die Kosten für seinen politischen Klub 89 aus Bongos Schatulle bezahlt. Unterstützung erhielt Bourgi aus der Elfenbeinküste.

Die ehemalige Nummer zwei des früheren Präsidenten Gbagbo, Mamadou Koulibaly, sagte der Nachrichtenagentur AFP, Chirac habe für seinen Wahlkampf 2002 drei Millionen Euro aus Abidjan erhalten. Dagegen wies ein Sprecher des senegalesischen Präsidenten Wade die Vorwürfe Bourgis zurück. Sie seien «total falsch», sagte der Sprecher AFP in Dakar.

Laut Bourgi bat der heutige Präsident Sarkozy ihn, «für ihn zu arbeiten - aber ohne das Finanzierungssystem über Koffer». Chiracs damaliger Afrikaberater Michel de Bonnecorse sagte dem investigativen Journalisten Pierre Péan hingegen, Bourgi habe dem damaligen Innenminister Sarkozy 2007 einen «Geldkoffer vor die Füße gestellt». Péan veröffentlichte jüngst ein Buch mit dem Titel «La République des mallettes» (Die Republik der Geldkoffer).

Von

afp

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

EinBuerger

12.09.2011, 00:41 Uhr

Interessant, für was so Entwicklungshilfe - auch deutsche - so alles verwendet werden kann.

aruba

12.09.2011, 06:52 Uhr

Guten Tag,.... Einen Drecksack haben Sie vergessen,... der Jude Strauss Kahn;..... dieses Aas hat mehr Scheisse am Stecken als die ganzen Froschfresser zusammen. Sogar der liebe Gott hat Amerika mit einem Erdbeben gestraft als ein lausiger Staatsanwalt diese Schmeissfliege laufen liess. Gott strafe Frankreich. Besten Dank

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×