Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2011

16:11 Uhr

Afrika

Sudan vor historischer Volksabstimmung über Spaltung

Der Sudan steht vor der Entscheidung über seine Aufspaltung in zwei Staaten. EU und Uno hoffen auf dauerhaften Frieden für das Land durch das Referendum. Sudans Präsident Al-Baschir warnte vor einer Trennung des rohstoffreichen aber rückständigen Südens von dem gemeinsamen Staat.

Sudans Präsident Al-Baschir: Die Unabhängigkeit ist kein Allheilmittel. dpa

Sudans Präsident Al-Baschir: Die Unabhängigkeit ist kein Allheilmittel.

HB KHARTUM/NEW YORK/BRÜSSEL. Die Welt blickt gespannt nach Afrika, wo am Sonntag in einem als historisch geltenden Referendum über die Unabhängigkeit des Südsudans entscheiden wird. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon rief alle Seiten zu Ruhe und Besonnenheit auf. Die Volksabstimmung müsse im Geiste von Brüderlichkeit und Frieden abgeschlossen werden, erklärte der Südkoreaner am Samstag in New York. Alle Parteien müssten dafür sorgen, dass die Abstimmung frei, gerecht und sicher sei. Die Vereinten Nationen würden ihren Teil dazu beitragen.

Die EU unterstrich die Bedeutung dieser Abstimmung, die bis zum 15. Januar andauert. Es sei äußerst wichtig für einen dauerhaften Frieden im Sudan, dass dieses Referendum abgehalten werde, erklärte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in Brüssel. Die Abstimmung sei ein "historischer Meilenstein" in der Umsetzung des Friedensabkommens von 2005 und müsse friedlich und glaubwürdig verlaufen. Die EU wolle die Stabilität und die Entwicklung von allen Teilen des Sudans unterstützen.

In der Abstimmung geht es um eine Lösung des rohstoffreichen, aber praktisch unerschlossenen Südens vom arabisch geprägten Norden des bisher größten Landes in Afrika. Das Referendum ist Teil des Friedensabkommens, das 2005 den jahrzehntelangen Bürgerkrieg beendete. In dem Konflikt waren mehr als zwei Millionen Menschen getötet und vier Millionen vertrieben worden.

Polizeichef Hashim Osman erklärte am Samstag, die Sicherheitskräfte seien bereit, die Volksabstimmung abzusichern. Dazu seien alle Vorbereitungen getroffen worden, wurde er von der Agentur SUNA zitiert. Bei einer Schießerei starben mindestens vier Menschen, als in der Nacht zum Samstag südsudanesische Soldaten von Rebellen beschossen wurden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×