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14.06.2014

17:40 Uhr

Aghanistan-Wahl

Taliban erleiden empfindliche Niederlage

Sie drohten, schüchterten Wähler ein und griffen zur Gewalt - trotz der Übergriffe der Taliban gingen Millionen Afghanen zur Wahl. Es geht um die erste demokratische Machtübergabe in der Geschichte des Landes

Wahlhelferinnen in Kabul bei der Stimmenauszählung Reuters

Wahlhelferinnen in Kabul bei der Stimmenauszählung

KabulMillionen Afghanen haben allen Angriffen und Drohungen der Taliban getrotzt und einen Nachfolger für Präsident Hamid Karsai gewählt. Bei der historischen Stichwahl traten am Samstag Ex-Außenminister Abdullah Abdullah sowie der frühere Finanzminister Aschraf Ghani gegeneinander an. Es handelt sich um die erste demokratische Machtübergabe in der Geschichte des Landes. Das vorläufige Wahlergebnis wird erst Anfang Juli verkündet. Die Amtseinführung des neuen Präsidenten ist für den 2. August geplant.

Den Taliban gelang es nicht, die Wahl maßgeblich zu stören, obwohl sie Anschläge und Angriffe ausführten. Bei einem Raketenbeschuss in der ostafghanischen Provinz Chost wurden nach Angaben der Behörden fünf Kinder getötet.

Das Innenministerium registrierte bis Samstagmittag mindestens 150 Anschläge und Angriffe, machte aber keine Angaben zu Opfern. Die Taliban teilten mit, sie hätten bis zum Mittag 246 Ziele im Land angegriffen. Nach Angaben der Regierung wurden 400 000 Sicherheitskräfte eingesetzt, um Wähler und Wahllokale zu schützen.

Unmittelbar nach dem Ende der Wahl begann die Auszählung der Stimmen. Offizielle Angaben zu möglichem Wahlbetrug und zur Wahlbeteiligung lagen zunächst nicht vor.

In Kabul und in anderen Städten bildeten sich Schlangen vor den Wahllokalen. Die deutsche Botschaft in Kabul sprach über Twitter von einer „erneut beeindruckend hohen Wahlbeteiligung“ und lobte den Mut der Wähler.

Aus einigen ländlichen Gegenden berichteten Augenzeugen allerdings, dass Drohungen der Taliban Wähler von der Stimmabgabe abschreckten. In mehr als 330 Wahllokalen im Land gingen die Wahlzettel aus, die Wahlkommission musste Nachschub liefern. Bei der ersten Wahlrunde am 5. April hatte die Wahlbeteiligung bei 55 Prozent gelegen.

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