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02.10.2013

13:05 Uhr

Agile Aktivisten

Greenpeace-Piraten und der Ärger von Basel

Die Plakataktion beim Champions-League-Spiel des FC Schalke ist aktueller Höhepunkt eines Greenpeace-Feldzugs gegen Ölbohrungen. In Russland sind die Aktivisten nun Piraten – und dem FC Basel drohen Konsequenzen.

Plakat-Guerillas in Basel: Greenpeace beschert dem Klub Ärger. ap

Plakat-Guerillas in Basel: Greenpeace beschert dem Klub Ärger.

Berlin/BaselDie spektakuläre Aktion der Umweltschutzorganisation Greenpeace beim Champions-League-Spiel zwischen dem FC Basel und Schalke 04 (0:1) hat ein Nachspiel. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) will nach den Vorgängen vom Dienstagabend im St.-Jakob-Park prüfen, ob ein Disziplinarverfahren einleitet wird. „Der Vorfall ist vom Schiedsrichter und dem Uefa-Delegierten im Spielbericht vermerkt worden. Die Uefa wird alles untersuchen und dann entscheiden, wie es weitergeht“, sagte ein Uefa-Sprecher nach der Partie.

Greenpeace-Aktivisten hatten sich in der 5. Spielminute vom Dach des Stadions abgeseilt. Mit einem riesigen Transparent protestierte die Umweltorganisation vor den Augen von Uefa-Präsident Michel Platini gegen den russischen Uefa- und Schalke-Sponsor Gazprom wegen Bohrungen in der Arktis. Der spanische Schiedsrichter Alberto Undiano Mallenco musste das Spiel etwa fünf Minuten unterbrechen, ehe es weitergehen konnte.

Während sich die Trainer Murat Yakin (Basel) und Jens Keller (Schalke) zu dem Zwischenfall nicht äußern mochten, verriet Schalkes Manager Horst Heldt durchaus Sympathien für Greenpeace. „Es ist wichtig, dass es Organisationen gibt, die sich für diese Dinge einsetzen. Es gibt viele Themen, die sie angreifen“, sagte Heldt.

Die Umweltschützer haben am Mittwoch bundesweit an Tankstellen gegen Ölbohrungen in der Arktis protestiert. In Berlin ketteten sich zwei Greenpeace-Mitglieder an eine Erdgas-Tanksäule, vier kletterten auf das Dach der Tankstelle, wie die Organisation mitteilte. Die Umweltschützer fordern die Freilassung ihrer in Russland inhaftierten Kollegen und wollen gegen Pläne des russischen Konzerns Gazprom vorgehen, in der Arktis Öl zu fördern. Nach Angaben von Greenpeace gab es am Mittwoch Proteste an 23 Tankstellen bundesweit.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

02.10.2013, 12:55 Uhr

Es wird in den deutschen Medien fast immer so getan, als ob es selbstverständlich ist, dass Greenpeace die "Guten" sind und daher das Recht haben, bei ihren Protesten andere zu behindern. Nein, nein, nein. Nur Teile der Bevölkerung stimmen mit den Ansichten von Greenpeace überein. Und dieser z.Z. recht große Teil der Unterstützer würde schrumpfen, wenn über "grüne" Themen sachlicher informiert würde.

DreckigesGeld

02.10.2013, 14:09 Uhr

Klasse Aktion von Greenpeace! Das russische Staatsunternehmen, direkt aus dem Kremel gesteuert, geht bei der Erschließung (gesetzlosen Einvernahme) und Vermarktung der Antarktis mit allen Mitteln und skrupellos vor. Darauf darf man die Öffentlichkeit gern aufmerksam machen!

Pfui Schalke 04, dass sie sich von so einem Kremel-gelenkten Lumpenpack abhängig machen und sponsorn lassen!

orakel

02.10.2013, 15:33 Uhr

Russland arbeitet mit dem Mittel der Drohung, Einschüchterung und Erpessung. Kein angenehmer Partner für Europa.

Aber unser Energiehunger läßt uns wenig Spielraum, der Löwenanteil kommt immer noch aus fossilen Brennstoffen.

Deswegen ist auch in so schwierigen und sensiblen Gegenden wie der Arktis der Abbau notwendig.

Aber unter viel strengeren Umweltauflagen und strengeren
Strafen, als jetzt.

Ideal wären öffentlich einsehbare Checklisten inkl. geltenden Sicherheitsstandards und verbindliche Kontrolltermine um das Unfallrisiko endlich ernsthaft zu senken.

Auch über die Nachbetreuung stillgelegter Förderanlagen
brauchen wir gesetzliche Regelungen, hier ist zb. in Afrika schlimmes passiert.

Bei den Russen etwas genauer hinzusehen ist keine Schikane durch Greenpeace, sondern bitteren Notwendigkeit,wenn man sich die durch extreme russische
Schlamperei bisher verursachten Umweltschäden der russ.
Ölindustrie vor Augen hält.

Anklage gegen Aktivisten wegen Piraterie - ist schlichtweg geradezu lächerlich.

Eine total überzogene Aktion einer diktatorischen Regierung, die höchstwahrscheinlich einige unlibsame
russ. Journalisten ermorden ließ.

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